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Full Text : Ethnologisches Notizblatt, 1.1894/96

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Die  aktuell  vollbrachte  Missethat  dagegen  (die  „alte  Schuld“)  muss  in  Narraker
  (Naraka)  gesühnt  werden,  durch  Lanyoot’s  siebenmal  wiederholte  ReinigungS'
versuche,  und  wer  sich  dann  unverbesserlich  zeigt,  verfällt  damit  ewiger  Pein
(als  Hantu  degup).  Die  Gereinigten  (oder  Teletai)  dagegen  ziehen  auf  „Wegen
des  Zeus“  nach  makarischen  Frucht-Inseln  (Pulo-Buah)  und  werden  von  dort
durch  den  für  lnilfreiche  Vermittelung  gesandten  „Freund“  zur  „Burg  des
Kronos“  abgeholt  (in  Kelongson-Awan).  Daneben  findet  sich,  aber  auf  einem
(bei  Virgil)  getrennt  abgezweigten  Wege,  der  „Limbus  infantum“  (oder  Tinga-Howi,
  im  Idiom  der  Semang),  welcher  dagegeu  auf  dem  (s.  Thomson)  nach  Naukavendra’s
  Höhen  führendem  Totenpfad  (der  Vitier)  an  derselben  Strasse  liegt,  etwas
seitsab,  indem  die  abgeschiedene  Seele,  kurz  vor  Ankunft  am  Ziel,  die  Bäume
passiert,  an  deren  Zweigen  die  Kinderseelen  (Fledermäusen  gleich)  hängen  (ihre
Mütter  erwartend,  zum  Abholen).  Dass  die  Säuglinge  Schwierigkeiten  haben  würden,
für  sich  allein  den  Weg  ins  Seelendorf  zu  finden,  weiss  auch  die  indianische  Mutter
und  hört  es  deshalb  gern,  wenn  ihr  gleichzeitig  das  Absterben  eines  älteren  Verwandten ­
  gemeldet  werden  sollte,  der  die  Führung  übernehmen  kann  (an  Stelle  des
sonst  für  solchen  Zweck  nachgesandten  Hundes;  als  Psychopompos,  gleich  Anubis)-Bei
  unerschöpflicher  Endlosigkeit  solch  ethnischer  Parallelen  muss  hier  abgebrochen ­
  werden,  zumal  das  Angeführte  vollauf  genügt  auch  in  diesem  Sonderfall ­
  wieder,  die  allgemein  konstatierte  Gleichwertigkeit  der  elementaren  Unterlagen ­
  aufzuweisen  (unter  den  Differenzierungen  der  Völkergedanken).  Ausserdem
werden  (in  Betreff  des  letzt  erwähnten  Spezialfalls)  die  weiter  noch  im  Einlaufen
begriffenen  Sammlungen  unseres  Reisenden,  unter  Prof.  GrünwedePs  sachkundiger
Behandlung,  voraussichtlich  noch  fernere  Ergänzungen  hinzuliefern,  worauf  dann
später  wird  zurückgekommen  werden  können  (im  nächsten  Heft  des  Notizblattes)-A.
  B.
Garbe.  Die  Samkhya-Philosophie.  Leipzig  1894.
Eine  höchst  willkommene  und  dankenswerte  Arbeit,  bei  längerem  Aufenthalt ­
  in  Indien  und  dauerndem  Verkehr  mit  den  einheimischen  Gelehrten  auf
schulgerechter  Quellen-Kenntnis  begründet  (im  Anschluss  an  vorangegangene
Übersetzungen  der  Samkhya-Texte).
Ob  die  Philosophie,  die  „Wissenschaft  der  Principien“  (b.  Überweg),  ab
xTrjmg  é-tffrfjp.rjq  (bei  Plato),  die  Tugend  oder  die  Glückseligkeit  (ruv  zbdaipova  ßiov)
anzustreben  habe,  findet  sich  in  den  die  Stoiker  und  Epikuräer  bewegenden  Streitfragen ­
  diskutiert,  wogegen  in  Indien’s  Philosophie-Systemen  stets  die  „Apavarga
zur  Zielerrichtung  gesteckt  ist,  die  „Erlösung“  der  Seele  (in  „Abwälzung“  bedrücken'
der  Last),  und  deshalb  steht  nur  sie  im  Mittelpunkt  der  Betrachtung,  als  für  den
Menschen  gewichtigstes  Beobachtungsobjekt;  in  diesen  Religions-Philosophien  Ü v °
die  Schwester  der  Theologia  nicht  auf  Dienstleistungen,  einer  „ancilla“  nur,  verwiesen ­
  worden  ist).
f
Da  die  Seele  eingewoben  liegt  in  die  Welt,  führt  die  Untersuchung  auch  am
diese,  und  bei  den  zur  Erklärung  des  Daseins  (wenn  nicht  als  vorhanden  gegeben
o
angenommen)  gebotenen  Wegen  der  Wahl,  über  „Entstehung  oder  Schöpfung»
hat  die  Samkhya  sich  für  die  erstere  entschieden  und  demgemäss  ihren  Seelenbegri^
            
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