Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Anthropologie. 
wenn das Blut einer fremden Spezies eingeführt wird, dass andererseits ein 
ausgiebiger Austausch des Blutes nur möglich ist zwischen Vertretern ganz 
nahe verwandter Spezies. Um zu erfahren, wie nahe die Tiere mit ein 
ander verwandt sein müssen, wurden die Versuche im Reagenzglas durch 
Prüfung der globuciden Aktion von körperfremdem Blutserum weiter ver 
folgt: bei Zusatz weniger Tropfen defibririerten Blutes zum Serum eines 
Säugetieres tritt innerhalb derselben Familie (z. B. Maus-Ratte, Hase-Kaninchen, 
Esel-Pferd, Hund-Wolf-Fuchs, Hauskatze-Jaguar-Angorakatze) wohl eine er 
giebige Blutmischung ein; hingegen zieht der Farbstoff aus den roten Blut 
scheibchen aus und geht in Lösung über bei Zusatz t von Blut einer fremden 
Tierart (z. B. Kaninchen-Meerschweinchen, Schwein-Rind, Igel-Kaninchen, 
Hund-Katze, wie aller dieser Tiere mit Menschenblut). Die Resultate 
dieser Reagenzgläschenversuche über die Auflösung körperfremdlichen Blutes 
durch Blutseru#! decken sich übrigens durchaus mit denen der Landoisschen 
Transfusionsversuche. 
Verf. hat die diesbezüglichen Versuche mit Anthropomorphen- und 
Menschenblut fortgesetzt. Transfusion defibrinierten menschlichen Blutes 
in die Vene eines Schimpansen lässt keine Erscheinungen auftreten, die 
darauf schliessen lassen, dass ein Teil des eingeführten Blutes in seinen 
Adern aufgelöst worden wäre. Nicht so fielen drei Transfusionsversuche 
mit Menschenblut bei Macacus cynomolgus und Macacus sinicus aus. Schon 
die Reagenzversuche mit Menschenblut hatten das Resultat ergeben, dass 
die Blutscheiben aller Tiere aufgelöst werden, ausgenommen die von Primaten. 
Weiter experimentierte Verf. nach dem von Bordet angegebenen Verfahren. 
Injizierte er einem Kaninchen in mehreren Intervallen Blutserum einer 
cynomorphen Affenart, so nahm das Blutserum so vorbehandelter Kaninchen 
im Reagenzglas die Eigenschaft an bei Berührung mit minimalen Biutmengen 
von Cyocphalus hamadryas, C. Dschelada, Macacus cynomolgus und Colobus 
Guereza einen Niederschlag zu geben. Mit dem Blute des Menschen und 
der anthropomorphen Affen aber gab das Serum der so behandelten Kaninchen 
nicht die geringste Fällung. Wurde ferner frisches defibriniertes Menschen 
blut einer cynomorphen Affenart injiziert, so wurde ein geringer Bruchteil 
des eingeführten Hämoglobins durch den Harn wieder ausgeschieden, hin 
gegen wurden grössere Mengen defibrinierten Menschenblutes von einem 
Anthropomorphen gut vertragen. — Alle angeführten Versuche sprechen 
deutlich für eine Blutsverwandtschaft zwischen Mensch und Menschenaffe; 
diese beiden dürfen also als eine besondere Unterordnung mit vollem Recht 
den Cynomorphen gegenübergestellt werden. Br. Buschan-Stettin.
        

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