Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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В. Referate. Anthropologie. 
89. Hanotte: Recherches sur la trigonocephalie. L’Anthropologie, 
1902. Bd. XIII, S. 587 (4 Abbild.). 
Die Trigonocephalie verleiht dem Stirnbein eine dreieckige Form; alle 
Stirndurchmesser sind verengert, aber die Querdurchmesser des hinteren 
Schädelabschnittes sind grösser als normal, was von dem kompensatorischen 
Wachstum des Hirns herrührt. Diese Missbildung ermöglicht eine normale 
Gehirnentwicklung, da das Hirn in den unteren und hinteren Teilen des 
Schädels den Raum sucht, den es in der Stirnregion nicht mehr findet. 
Verf. hat die Trigonocephalie eingehend studiert, sowohl an Schädeln von 
Föten, als auch an solchen von Kindern und Erwachsenen. 
Bei den echten Trigonocephalen fehlen die Stirnhöcker fast vollständig, 
und das keilförmige Stirnbein trägt in der Mitte einen sagittalen Kamm, 
wo der Knochen dicker ist und zahlreiche Gefässlöcher aufweist. An anderen 
Schädeln sind diese Merkmale weniger ausgeprägt. Sogar an den fötalen 
Schädeln ist eine Synostose der metopischen Naht eingetreten; die Parietal 
höcker sind sehr vorstehend, ihre Entfernung von einander beträgt 0,142 m 
(statt 0,135 m beim normalen Schädel). Sie sind zugleich nach hinten gerückt. 
К. E. v. Bär glaubte, dass die Trigonocephalie von der Entwicklung 
des Stirnbeins bei einem einzigen Verknöcherungscentrum herrühre, was 
aber mit allen sonst beobachteten Daten nicht überein stimmt. Denn bei 
vielen Schädeln liegt das Bregma zwischen den zwei Hälften des Stirnbeins, 
was auf eine Entwicklung desselben infolge zweier Ossifikationscentren deutet. 
Es scheint viel wahrscheinlicher, dass in den ersten Monaten des fötalen 
Lebens die zwei ursprünglich isolierten Frontalhälften mit einander ver 
schmelzen. Der Kamm, der die Stelle der metopischen Naht vertritt, und 
der beim Fötus mehr ausgesprochen ist, als beim Erwachsenen, sieht wie 
eine entzündliche Verdickung des Knochens, und nicht wie eine Verschmelzung 
der beiden Stirnhöcker aus, deren Spuren übrigens immer auf den Seiten, 
des Kammes zu finden sind. Das durch frühzeitige Synostose der medio 
frontalen Naht in seiner Entwicklung gehemmte Stirnbein verleiht dem 
Schädel eine dreieckige Gestalt, die noch durch die kompensatorische Ver- 
grösserung der Parietalia deutlicher wird. Die Knochenentzündung, welche 
zu dieser Synostose führt, kann früher oder später eintreten. Im ersten 
Fall ist die Trigonocephalie vollkommen, während wir es sonst mit unvoll 
kommenen Trigonocephalen zu thun haben. Dr. L. Laloy-Bordeaux. 
90. G. A. Adolphi: Über die Zukunft des Brustkorbes des Menschen. 
Acta et Commentationes Imp. Universit. Jurjewensis olim 
Dorpatensis. Mit 1 Figurentafel. 1902. 
Vf. berichtet über Ergebnisse seiner Untersuchungen betreffend die 
Varietäten der Rumpfsegmente, die den sog. Thorax bilden. Mit Welcher, 
Tschugunow und Dwight tritt Vf. auf das entschiedenste gegen die bekannte
        

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