Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

A. Originalarbeit. 
B. Referate. Anthropologie. 
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andern Fällen gehören sie späteren Epochen an — den ersten Jahr 
hunderten n. Chr. und sogar dem 6.—7. In einigen Grabstätten Trans- 
kaukasiens sind Spuren eines Kultureinflusses aus den Ländern des 
Euphrat und Tigris gefunden worden; die im Thaïe des Aras ent 
deckten Keilinschriften weisen darauf hin, dass sich die assyrische 
Kultur hierher verbreitet hat durch Vermittelung des Volkes im 
Lande Urartu, im 8.—7. Jahrhundert v. Chr. Andererseits hat 
diese kaukasische Kultur auch einen gewissen Einfluss seitens der 
griechischen Kolonien am Schwarzen Meere erfahren. Im Norden 
breitete sie sich bis zum Donischen Gebiet aus, wo ganz ähnliche 
geschweifte Beilchen gefunden wurden, wenn auch schon späterer 
Lypen, zum Teil aus Eisen, und wo einstmals ganz dieselben Alanen, 
die Vorfahren der jetzigen Osseten, wohnten wie im Kaukasus. 
Das Eisenzeitalter scheint in einigen Teilen Russlands un 
mittelbar an die Stelle der Steinzeit getreten zu sein (einige Spuren 
der Bronzezeit sind auch im mittleren Russland, z. B. in den Gou 
vernements Wladimir und Kaluga gefunden worden). Im südlichen 
Kussland hat das Eisenzeitalter zweifellos viel früher begonnen als 
im Norden. Die hier im 7.—6. Jahrhundert lebenden Skythen 
’Waren schon mit dem Eisen bekannt. (Schluss folgt.) 
B. Referate. 
I. Anthropologie. 
86. K. Boege: Zur Anatomie der Stirnhöhlen (Sinus frontalis). 
Doktordissertation, 60 S. in 8°, mit 1 Tafel. Königsberg 
i. Pr. 1902. 
V orliegende, unter Leitung von L. Stieda gearbeitete Schrift beschäftigt 
Slc h mit dem Verhalten der Sinus frontalis zunächst in rein anatomischer, 
dann aber auch in anthropologischer Beziehung. Fehlt es doch, was Ent 
wicklung und Form der Stirnhöhlen betrifft, gewiss nicht an Widersprüchen 
ln den Darstellungen. B. untersuchte 203 macerierte (grösstenteils Gräber-) 
Schädel der Königsberger Sammlung. Aus den gewonnenen Ergebnissen 
•; fue n hier folgende hervorgehoben. In 5°/ 0 der Fälle fehlen beide Sinus, 
in 4l/ 2 <y o (jgj. rechte 2 1 / 2 °/o der linke. Die sog. Septula imperfecta 
) lr “d entwickelungsgeschichtlich Reste der Stirnbeinspongiosa, die am öftesten 
" n oberen und hinteren-äusseren Winkel des Sinus auftreten. Äusserst 
riten (1 VgO/o) ist Verdoppelung der Zahl der Sinus. In einem Fall sah
        

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