Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte. 
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ebenso wurden nur 4 Früh-La Tene-Fibeln gefunden. Die Hauptmenge sind 
Mittel-La Tene-Fibeln (126 Stück), aber Aviederum nur 13 Spät-La Tene- 
Fibeln. Dann folgen noch 69 römische Fibeln, meist frühe Typen. Wenn 
man die wenigen Certosa- und Früh-La Tene Fibeln als Uberlebsel ansieht, 
beginnt also das Gräberfeld in der Mittel-La Tene-Zeit und reicht bis in 
die römische Kaiserzeit, und zAvar nach Ausweis der Münzen bis in die 
ZAveite Hälfte des 2. Jahrhunderts. Die geringe Anzahl der Spät-La Tene- 
Fibeln kann man durch eine relativ lange Dauer der Mittel-La Tene-Kultur 
und ein frühes Einsetzen der römischen Kultur erklären. 
Dr. A. Götze-Berlin. 
84. I. Szombathy: Das Grabfeld zu Idria bei Baca in der Graf 
schaft Görz. Mit 231 Abb. Mitteil, der prähist. Commission 
der Kais. Akad. d. Wissensch. 1901, No. 5, S. 291—363. 
Die unweit des bekannten Gräberfeldes Sta. Lucia liegende Nekropole 
von Idria, Avelche von Szombathy untersucht wurde, enthält 47 Gräber; 
mit zAvei Ausnahmen sind es Brandgräber. Sie werden in chronologischer 
Anordnung beschrieben und sämtliche einigermassen gut erhaltene Stücke 
■Werden abgebildet, Avas man besonders anerkennen muss. Die Fibeltypen 
beginnen in der mittleren Hallstattzeit, sie laufen dann durch die jüngere 
Hallstattzeit und die ganze La Tene-Zeit bis in den Beginn der römischen 
Kaiserzeit. Zwei Gräber gehören der spätrömischen Zeit an. Unter den 
Kundgegenständen befinden sich eine Anzahl schöner und Avichtiger Stücke, 
s ° eine behelmte Bronzefigur, mehrere Helme, ziemlich viel Bronzegefässe, 
e ine Anzahl landwirtschaftlicher Geräte und namentlich mehrere Inschriften, 
über welche ausser den Deutungsversuchen Szombathys auch eine Äusserung 
Kretschmers mitgeteilt wird. 
Das Gräberfeld ist von prinzipieller Bedeutung für die Beurteilung 
Prähistorischer Funde hinsichtlich ihres chronologischen Wertes. Es demon 
tiert mit aller nur wünschensAverten Deutlichkeit, Avieviel oder vielmehr 
Wie wenig in gewissen Fällen eine Leitform für die Datierung eines Grabes 
°der einer anderen Anlage massgebend zu sein braucht. Wir sehen da, um 
Y ° n mehreren Fällen nur ein basonders eklatantes Beispiel zu nennen, in 
e mem Grabe (No. 16) 2 Mittel-La Tene-Fibeln, 1 Spät-La Tene-Fibel und 
1 römische Charnierfiebel vereinigt. Beim zufälligen Fehlen der für die 
Zeit der Grabanlage charakteristischen Leitformen, wie sie Sz. bei Grab 1 
Ur *d 14 vermutet, kann dieser Umstand für die Datierung des Grabes und 
Weiterhin für die Bestimmung der begleitenden Typen geradezu verkängnis- 
v °9 werden. In demselben Sinne ist ein Helm beachtenswert, dessen Typus 
der jüngeren Hallstattzeit angehört, während eine darauf befindliche römische 
HSchrift den Charakter des 2. Jahrhunderts hat. Dr. A. Götze-Berlin.
        

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