Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
von Natur, zum Teil durch Wall und Graben geschützt. — 5. Ansiedlung 
auf einer von Natur geschützten Anhöhe bei Krhow (Bez. Boskowitz). 
6. Burgwall „Na hradiskäch“ bei Senohrad (Bez. Trebitsch) durch Fels 
abhänge und z. T. einen Wall und Graben geschützt. — In allen Burg 
wällen wurden Scherben von aus freier Hand gefertigten, z. T. graphitierten 
Gefässen, Feuersteinmesser, Steinmeissei und Beile, Beinartefakte, bei 5 edrovic 
auch ein Bronzewirtel, bei Senohrad Thonkegel und ein Bronzenadelfragment, 
bei Krhov ein Eisenring gefunden. Br. H. Matieqka-Praq. 
70. J. Hellich: Kostrove hroby lateneske na Podebradsku (Skelet 
gräber der La Tenezeit in der Gegend von Podebrad). 
Pamatky archaeol., 1901. Bd. XIX, S. 385. Mit Abbildungen. 
(Ygl. dieses Centralbl. VI, S. 246.) 
4. Grabfeld bei Kola’j mit Bronzearmbändern und Fibel. — 
5. Grabfeld bei Korec (Zehün). — 6. Einzelnfunde (keltische Goldmünze, 
Bronzepfeilspitze, röm. Eisenmesser mit verziertem Bronzegriff). 
Br. H. Matiegka-Prag. 
71. J. L. Cervinka: Kostrovy hrob u Slavkova (Skelettgrab bei 
Slavkov und die gallischen Altertümer in Mähren). Casopis 
vlast. spol. muz. v Olomouci 1901, S. 1. Mit 1 Tafel. 
Diesen La Tenefund — Skelettgrab mit offenen Arm- und Fussringen, 
Bronzering, Fibula, insgesamt vom Duxer System, und einem auf der Dreh 
scheibe gefertigten Topf — benützt Verf., ein guter Kenner der mährischen 
Prähistorie, zur Besprechung der La Tenefunde in Mähren überhaupt. 
Die Gräber sind über das ganze Land verbreitet, wurden aber bisher stets 
vereinzelt gefunden und entbehren (mit Ausnahme eines Falles unter 20) 
des typischen, kriegerischen Charakters. Zwei erhaltene Schädel 
waren brachycephal zum Unterschiede von den dolichocephalen, älteren Hocker 
gräberschädeln. Als Beigaben erscheinen am häufigsten gekerbte oder Buckel 
armbänder aus Bronze, vereinzelt Glas- und Lignitringe, Bronze- und Eisen 
fibeln, Eisenschwerter, Lanzen, Pfeilspitzen etc. Überdies kommen einzelne 
dieser Kultur angehörige Objekte in den zahlreichen Urnenfeldern vor. Aus 
diesem Umstande, aus dem verstreuten und vereinzelten Vorkommen der 
Gräber und ihrem friedlichen Charakter schliesst Verf., dass es sich hier 
nicht um die Reste einer ansässigen, herrschenden Einwohnerschaft, sondern 
nur um Vertreter einer fremden Kultur und Zeugen eines friedlichen Verkehrs 
mit dem eigentlichen La Tene-Volke handelt. Br. ff. Matiegka-Prag.
        

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