Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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104, 108, 110, 112, 113, 115, 122 und sogar 127 erhält! Letzterer 
Schädel ist ein kindlicher, vielleicht hätte beim Weiterleben des Individuums 
die Länge relativ noch etwas zugenommen. Bei einem Schädel ist das 
Hinterhauptsloch quer oval. Die Nähte sind meistens erhalten, aber auch 
ein sehr vorzeitiges Obliterieren kommt vor. Die Zähne fehlen alle; bei 
her sonst guten Erhaltung von Schädel und Alveolen vermutet Verf., dass 
sie z. T. absichtlich ausgebrochen sind. Die Maasse gestatten nicht, eine 
genaue Beurteilung der Rasseneigentümlichkeit vorzunehmen, dazu ist das 
Material zu lückenhaft. Verf. giebt für jeden Schädel eine kurze Be 
schreibung, bildet die vier am meisten typischen Exemplare ab (lateral, 
frontal, occipital und vertical); dazu wird eine Tabelle mit den wichtigsten 
Maassen gegeben. Dieselben zeigen recht grosse Unterschiede; so schwankt 
der Obergesichtsindex von 57 bis 71, der Jochbreiten-Obergesichtsindex 
von 43—51, der Nasenindex von 40—58. Angaben über die ursprüngliche 
f orm des (nicht deformierten) Chaculä-Schädels lassen sich aus dem vor 
liegenden Material nicht gewinnen, ebensowenig eine Gewissheit, wieweit 
hie Deformierung die Schädelhöhe und den Inhalt beeinflussten. 
Dr. Eugen Fischer-Freiburg i. B. 
45. Charles C. Willoughby: Aniler-pointed arrows of the south 
eastern Indians. American Anthropologist. 1901. N. S. 
Vol. Ill, S. 431 if. 
Willoughby beschreibt einige Pfeile im Museum der Harvard-Univer- 
sity zu Cambridge, deren Spitzen aus Geweih-Enden angefertigt waren. Er 
knüpft daran weitere Bemerkungen über die Spitzen-Armierung der I feile 
bei nordamerikanischen Indianern. Eigentliche Flintspitzen waren nur im 
centralen und westlichen Nordamerika häufiger in Gebrauch, anderswo 
seltener (Materialmangel). Übrigens waren wohl hie meisten der sogenannten 
»Pfeilspitzen“ nicht solche, sondern nur Abfälle bei der Herstellung anderer 
Geräte; andere mögen auch als Messerklingen an kurzen Handgriffen, wieder 
andere als Spitzen bei Handwurfgeschossen gedient haben. In den Neu- 
Gnglandstaaten waren in nach-columbischer Zeit Steinpfeilspitzen nach euro 
päischen Berichten kaum in Gebrauch, dagegen wurden Spitzen aus Kupfer, 
Beinknochen vom Hirsch, Seekrabbenzungen, Adlerklauen, Messing erwähnt. 
Im Norden, Westen und Südwesten von jenen Staaten werden dagegen 
Steinpfeilspitzen genannt, neben Spitzen aus anderem Material (Knochen, 
Horn, grosse Fischgräten, Vogelklauen). Im Süden (de Soto) wurden Reh 
geweihe, Fischgräten, hartes Holz, Flint gebraucht, bei den Sioux Stein, 
hie Knochen vom Büffel oder vom Dammhirsch. Die Pfeilspitzen aus Hirsch 
bern im Cambridger Museum waren in der Weise herstellt worden, dass 
hie Geweihspitze durch einen Kreisschnitt in der entsprechenden Entfernung 
' 0ri her Spitze abgelöst und dann in die gewünschte Form gebracht wurde;
        

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