Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Anthropologie. 
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Falle folglich nur eine Variation in der Histogenèse des Verbindungsgewebes 
vor. R. ist überzeugt, dass eine ganze Reihe atavistischer Erklärungsver 
suche in ähnlicher Weise auf ihr richtiges Maass zurückzuführen sei; und 
analysiert einige solche „Rückschläge“ in ähnlicher Weise (Polymastie, Mikro- 
cephalie, dreigelappte linke Lunge etc.). Indem er den Atavismus als eine 
für die Erklärung einer ganzen Reihe von sog. reversiven Anomalien min 
destens unnötige Hypothese bezeichnet, ist er überzeugt, dass dieselben 
keineswegs ein Wiedererscheinen von Merkmalen nicht ihrer unmittelbaren, 
sondern mittelbaren Vorfahren bedeuten; er sieht sie vielmehr als ganz 
neue, auf den Ruinen eines verschwundenen Organes erbaute Organe, als 
die Folgen einer Excesserscheinung in der Entwickelung einer abortiven Knospe. 
Der Atavismus und Transformismus schliessen sich seiner Meinung nach aus. 
Dr. Oskar v. Hovorka - Wien. 
373. Metchnikoff et Roux: Inoculation de la syphilis aux singes 
anthropoides. Revue scientifique, 1903. Série 4, Nr. 7, 
Août 15. 
Die beiden Verf. inokulierten Syphilis-Gift auf ein Schimpanse-Weibchen 
(Clitoris). Nach 25 Tagen entwickelte sich an der geimpften Stelle ein 
kleines opakes Bläschen, das sich in den nächsten Tagen in ein kleines 
grauschwarzes Geschwür mit harten Rändern umwandelte. Bald entstanden 
auch beiderseits in der Inguinalfalte vollständig indolente Drüsenanschwellungen; 
Ausschlag auf der Haut war noch nicht aufgetreten, als das betreffende Tier 
in der Académie de médecine vorgestellt wurde. Der bekannte Syphilis 
kenner Fournier, der anwesend war, bestätigte, dass es sich im vorliegenden 
Falle zweifelsohne um ein syphilitisches Geschwür handelte. — Der Versuch 
erscheint insofern von Wichtigkeit, als es bisher trotz vielfacher Inokulations 
versuche niemanden geglückt ist, die Syphilis auf ein Tier .zu übertragen. 
Der Versuch mit dem Chimpansen gelang wahrscheinlich aus dem Grunde, 
weil das Blut der Anthropoiden verwandte Eigenschaften mit dem des 
Menschen aufweist, wie durch neuere Untersuchungen (s. d. Centralblatt 1903, 
S. 83, No. 101) erwiesen ist. Buschan-Stettin. 
374. V. Giuffrida-Ruggeri: Considerazioni antropologiche sulP 
infantilisme. Monitorezoolog. ital., 1903. Anno XIV, Nr. 4u.5. 
Der für die Beurteilung des Infantiiismus als eine Hemmungser 
scheinung in der ontogenetischen Entwickelung maassgebende Zeitpunkt 
wird nach Manouvrier in das 15. bis 16. Lebensjahr verlegt. 
Für die Abschätzung der infantilen Symptome sind manche Körper- 
maasse sehr wertvoll, auf welche in neuerer Zeit Godin aufmerksam ge 
macht hat, so beträgt die Höhendifferenz zwischen Brustwarze und Brust 
beinhöhe im I3V2. Jahre 14 mm, im 14. Jahre 13 mm, im 1472- Jahre 
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Intern. Centralblatt für Anthropologie. 1903.
        

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