Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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JB. Referate. Urgeschichte. 
1,92 m, einen Längenbreitenindex von 76,26; dagegen ist das Gesicht breit 
und niedrig (Faeialindex 63,2). Die Stirn besitzt, gerade aufsteigend, kaum 
deutliche Parietalhöcker; kleinster Stirndurchmesser 0,103 m, Gesicht orthog- 
nath, Glabella sehr stark, Augenhöhlen niedrig und viereckig (Index 66,6), 
untere Kinnlade gross, mit vorstehendem Kinn, Nase breit (Index 56,8). 
Dieser Schädel unterscheidet sich von dem des Greises von Cro-Magnon nur 
durch das Fehlen der Parietalhöcker, was die Norma verticalis elliptisch 
statt fünfeckig gestaltet, das Fehlen der Prognathie und die relativ breitere 
Nase. Trotz dieser wahrscheinlich individuellen Unterschiede kann man 
behaupten, dass die Rasse von Monaco die gleiche gewesen ist, wie die der 
Renntierjäger des Yezere-Thals. 
Die Skelette des 8. Herdes scheinen einer noch älteren Rasse anzu- 
gehören. Berechnete Körperhöhe des ungefähr 16jährigen Mannes 1,54 m; 
die der alten Frau 1,58 m. Die Köpfe sind sehr unharmonisch gebaut; 
Längenbreitenindex ^ 69,27, ßß,5S; Gesichtsindex <5 61,54, $ 63,57. 
Schädel elliptisch mit stark gewölbter Sagittaikurve. Stirnhöcker mehr aus 
geprägt bei der Q; Glabella deutlich; Augenhöhlen niedrig (^ 65,33, 9 71); 
Nasenindex ^ 51, 9 63,6. Bei beiden enden die Nasenhöhlen nach vorn 
nicht in einer scharfen Kante, sondern in einer Rinne, wie bei vielen 
Negern. Sehr starker Prognathismus und wenig vorstehendes Kinn, was 
auch dem Gesicht etwas Negerartiges verleiht. Zahnbögen eng, Zähne sehr 
gross, Eckzähne sehr spitzig. Bei der 9 sind die Zähne stark abgenutzt. 
— Wir haben es hier mit einem noch nicht beschriebenen, stark negroiden 
Typus zu thun, welchen man mit Yerf. den Typus von Grimaldi nennen 
kann. Derselbe ist rezenter als die Spy-Neanderthal-Rasse, wird aber noch 
besser von der Cro-Magnon-Rasse unterschieden. Es bleibt trotzdem nicht 
ausgeschlossen, dass letztere vom Grimaldi-Typus abstammen kann. Beiden 
Rassen gemeinschaftlich sind die Disharmonie von Gesicht und Schädel, die 
Form der Glabella und der Augenbrauenbögen, die breiten, niederen, eckigen 
Augenhöhlen. Der Prognathismus existiert noch bei dem Greise von Cro- 
Magnon. Bei anderen Yertretern derselben Rasse ist er infolge besserer 
Existenzbedingungen, die zugleich grössere Körperhöhe ermöglichen, ver 
schwunden. Jedenfalls steht fest, dass dank den sorgfältigen Ausgrabungen 
des Fürsten von Monaco und seiner Mitarbeiter wir jetzt ein Bindeglied 
zwischen den Rassen von Spy-Neanderthal und Cro-Magnon kennen gelernt 
haben. Eine ausführliche Bearbeitung des vorhandenen Materials steht noch 
in Aussicht. j) r £ £ a ioy-Bordeaux.
        

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