Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte» 
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den Boden der Höhle bedeckte. Diese sind eine Knochennadel oder -pfriemen^ 
den aus der Eberhardhöhle her bekannten äusserst ähnlich, vier geschlagene 
Steine ähnlich dem Moustierstypus der französischen Paläolithik und Reste 
eines Bogens, die nicht geborgen werden konnten. Das mitgefundene Zahn 
fragment einer ausgestorbenen Pferdeart weist die Sachen der gleichen Zeit 
an, wie die aus der Eberhardthöhle. Vielleicht hatte der prähistorische 
Pferdejäger seine Beute in der Höhle gebraten und verspeisst. 
Selbstbericht. 
III. Urgeschichte. 
a. Deutschland. 
346. M. Nabe: Eine steinzeitliche Ansiedelung bei Leipzig-Eutritzsch. 
Wissenschaft!. Beilage zur Leipziger Zeitung, 1903, No. 67. 
Im Jaliie 1902 und 1903 wurden bei Leipzig an der Delitzschen 
Landstrasse zwischen Eutritzsch und Wiederitzsch Reste ausgedehnter prä 
historischer Ansiedelungen blossgelegt. Die Einen bestehen aus 3 sechs 
Centimeter unter der Oberfläche liegenden Steinkreisen mit einem Durch 
messer von 12—15 m. Die Steine sind sorgfältig geschichtet und besitzen 
die Grösse eines Kopfes bis zum 6—8 fachen eines solchen. Ausser grossem 
Thonscherbenmaterial fanden sich zahlreiche Feuersteinstücke und -Splitter 
ohne deutliche Bearbeitung, die durch ihre Menge eher auf Abfälle einer 
Ansiedelung als auf eine Grabanlage hinweisen. 
Auf der anderen Seite der Strasse, wo sich schon früher dicht unter 
der Oberfläche Steinartefakte fanden, wurden 30—40 cm tief im Lehm etwa 
50 Heerdstellen aufgedeckt. Ausser massenhaften Thonscherben der ver 
schiedensten Art wurden zahlreiche Steinwerkzeuge, eine Paste aus fettem 
rotem Thone, welche Verf. für ein Mittel zum Hautfärben hält, sowie ge 
brannter Lehm mit anhaftenden Gras- und Getreidesamen aufgefunden. Die 
Keramik der Thonscherben lässt nach Verf. 2 Kulturkreise erkennen, jenen 
der reinen Bandkeramik und einen weiteren, welcher ausgezeichnet ist durch 
amphorenartige Henkelgefässe mit Warzenansätzen und gekerbten Thonleisten, 
Schalen mit Zickzacklinien, Ausfüllung der Ornamentik mit weisser Masse 
und durch das Vorkommen des Hakenkreuzes. Aus den 3 letzten Punkten 
glaubt Verf. eine vom Südosten hereindringende Kultur zu erkennen, welche sich 
hier mit dem Kreis der alten Bandkeramik berührt. Br. Kellner- Untergöltzsch. 
347. 0. Förtsch: Bronzezeitliche Gräber von Goseck. Jahres 
schrift f. d. Vorgesch. d. sächs.-thür. Länder, 1902. Bd. I, 
S. 62—74. 
F. hat an verschiedenen Stellen bei Goseck Gräber mit ziemlich 
ziehen Bronzebeigaben und einem goldenen Noppenring aüfgedeckt. Es 
SlQ d Hockerskelette teils in Steinkisten, teils nur mit kleineren ; Steinen'
        

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