Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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ß. Referate. Ethnologie. 
suchte Weisbach nunmehr auch die Slovenen. Als Material dienten ihm 
2481 im Alter von 21 bis 25 Jahren stehende Soldaten. 
Die Untersuchung ergab folgendes Resultat: die durchschnittliche 
Körperlänge beträgt 1683 mm, Grosse (1700 mm und darüber) 40°/ 0 , 
Kleine (unter 1600 mm) 4°/ 0 . 
Dunkle Haare fanden sich bei 49°/ 0 (davon schwarz 6,4 °/ 0 ), lichte 
(blond und rot) bei 31 °/ 0 ; der Rest entfällt auf die hellbraunen Haare. 
Die Augen sind meist licht 53 °/ 0 (31°/ 0 blau), seltener braun 31°/ 0 , und 
mischfarbig 15 °/ 0 - Die Hautfarbe ist zu 57 °/ 0 weiss, 22°/ 0 gelblich und 
20°/o dunkel. Der helle Typus (helle Augen, blonde Haare) ist mit 25 °/ 0 , 
der dunkle (dunkle Augen, dunkle Haare) mit 23 °/ 0 vertreten; 52°/ 0 ent 
fallen auf Mischtypen. 
Die Kopflänge beträgt 185 mm, die Kopf breite 156 mm, der Index 84,3. 
Dolichoide (unter Ind. 80) kommen nur 13 °/ 0 vor. Die vom Referenten 
aus der beigegebenen Tabelle berechnete Zahl der Hyperbrachycephalen (über 
Ind. 84) beträgt 41,3 °/ 0 . 
Nennenswerte Unterschiede finden sich zwischen den Bewohnern ver 
schiedener Kronländer. So z. B. sind die Krainer Slovenen die kleinsten 
(1673 mm) und besitzen die wenigsten Dolichoiden (6,9°/ 0 ). Sehr eigen 
tümlich sind die Verhältnisse im Küstenlande. Hier finden sich die meisten 
ausgesprochen blonden Haare (36,7 °/ 0 ), dabei aber auch die meisten dunklen 
(53 °/ 0 ), worunter wieder 10°/ 0 rein schwarze vorhanden sind. Dement 
sprechend existieren liier die wenigsten Mischtypen. Von den reinen Typen 
ist der helle mit 28,8 °/ 0 , der dunkle mit 27,6 °/ 0 vertreten. 
Der Wert der vorliegenden Arbeit wird erhöht durch das reiche anthro 
pologische Material, das der Autor zum Vergleich heranzieht. Er vergleicht 
die Slovenen mit den ebenfalls von ihm untersuchten ostalpinen Deutschen 
und Südslaven, sowie mit verschiedenen nordslavischen Stämmen. Von den 
benachbarten Deutschen in Kärnten und Steiermark unterscheiden sich die 
Slovenen besonders durch häufigeres Vorkommen des dunklen Typus und 
überhaupt der reinen Typen, durch selteneres Vorkommen grauer Augen und 
der Mischtypen, durch grössere Brachycephalie (Kärnten Ind. 81,7, Steier 
mark 82,9) und selteneres Auftreten von Dolichoiden (Kärnten 31,5 °/ 0 , 
Steiermark 19°/ 0 ). 
Nicht berücksichtigt wurde die Form des Gesichtes. Es sei darauf 
hingewiesen, dass nach den Forschungen Zuckerkandels bei den Slovenen 
clas Breitgesicht, bei den Deutschen Innerösterreichs das Schmalgesicht 
vorherrscht. 2)r. Gustav Kraitschek-Landskron.
        

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