Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
stellten Sachen hat mir nicht Vorgelegen. Die Ausstellung bestand aus 
3 Abteilungen: a) für vorgeschichtliche Altertümer und Münzen, b) für 
Karten, c) für Ethnographie. 
Die beiden Bände der Vorarbeiten (I. Bd. 549—829; II. Bd. 450 bis 
241 Seiten) enthalten die Protokolle der Sitzungen und zahlreiche einge 
sandte Berichte und Mitteilungen. Mit Rücksicht auf den beschränkten 
Raum kann hier der Inhalt nicht in systematischer Weise wiedergegeben 
werden. Ausser der grossen Anzahl seien hier hervorgehoben zahlreiche 
Berichte über die Aufdeckung von Kurganen, sowie über alte Handschriften. 
Besonders hingewiesen sei auf die Beschreibung einiger in dem Gouvernement 
Charkow und Jekaterinoslaw gefundenen orientalischen Metallspiegel. Die 
Berichterstatter N. Katanow und D. Ainalow liefern an der Hand ganz vor 
trefflicher Photographien einige sehr genaue Beschreibungen. Es handelt sich 
um 6 verschieden grosse, silberne und bronzene Spiegel, die zum Teil mit 
arabischen Inschriften, zum Teil mit Ornamenten und Arabesken versehen 
sind. Nur ein einziger Spiegel ist eine (bulgarische) Originalarbeit, die 
anderen sind mehr oder weniger gelungene Kopien. 
Bemerkenswert ist ferner eine Mitteilung Smirnows über Aquama- 
nilien im Anschluss an ein Aquamanile, das im Gouv. Charkow gefunden 
worden ist. Unter Aquamanilien versteht man die im Mittelalter gebräuch 
lichen Gefässe, die von den Priestern benutzt wurden, um das Wasser in 
Becken zu giessen. Smirnow beschreibt 8 solcher Aquamanilien an der 
Hand vortrefflicher bildlicher Darstellungen. Die Gefässe sind aus Bronze 
und entstammen dem XII.—XIY. Jahrhundert; sie stellen menschliche und 
tierische Figuren (Reiter zu Pferde) dar. — Drei ähnliche Figuren werden 
in der Zeitschrift für christliche Kunst II. Jahrgang, Düsseldorf 1889 S. 209 
bis 212 von A. Sehnütge beschrieben. — Zum Schluss bringen die Arbeiten 
des vorbereitenden Komitees zwei lange Abhandlungen des Professors der 
Anatomie M. A. Popow über Kurganschädel. Der erste Bericht um 
fasst die Untersuchung von 18, der zweite Bericht die Untersuchung von 
36 Schädeln. Der Verfasser hat alle Schädel gemessen, einzeln beschrieben 
und die Ergebnisse in Form von grossen Tabellen zusammengestellt. Eine 
Zusammenfassung der Ergebnisse beider Berichte ist nicht zulässig. Der 
Längendurchmesser der 18 Schädel der ersten Abhandlung schwankt zwischen 
155—190 mm; der Breitendurchmesser zwischen 124—148 mm; die Höhe 
zwischen 131 — 148 mm. Unter 16 messbaren Schädeln waren dolicho- 
cephal 3, mesocephal 2, brachycephal (Index 80 und darüber) 11, hypso- 
cephal 10, orthocephal 4, chämocephal 1 Schädel. 
Die überwiegende Anzahl der Schädel ist demnach brachycephal und 
hypsocephal. Der Verfasser glaubt, trotz seiner sorgfältigen Untersuchungen 
keine besonderen Schlüsse wagen zu dürfen in Betreff der Zugehörigkeit 
der Schädel und der anderen Knochen zu einem bestimmten Typus, zu einem
        

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