Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte. 
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aus den Schweizer Pfahlbauten bekannten. Es fanden sich mehrere Mahl 
steine, wie sie ganz allgemein der neolithischen Kultur zum Zermalmen 
des Getreides eigen sind, sowie Hauen und Hacken aus Hirschgeweih und 
schliesslich auch knöcherne Dolche und Pfriemen. Steingeräte und Thon- 
gefässscherben sind nicht erwähnt. Wir möchten dem Yerf. empfehlen, auf 
letztere ganz besonders zu fahnden, da bekanntlich die Ornamente derselben 
uns am ehesten einen Anhaltspunkt zum Yergleichen darbieten. 
Dr. Otto Schoetensack-Heidelberg. 
ß) Deutschland. 
219. August Schmidt: Das Gräberfeld von Warmhof bei Mewe, 
Reg.-Bez. Marienwerder (W.-Pr.). Zeitschrift für Ethnologie. 
Bd. XXXIY, 1902, S. 97-153. Mit Tafel YI—IX und 
1 Kartenskizze. 
In geschlossener Folge werden hier die Befunde der mehrere Jahre 
hindurch fortgesetzten systematischen Ausgrabung eines westpreussischen 
Gräberfeldes vorgelegt. Die Untersuchung ist leider nicht einheitlich, sondern 
abwechselnd von den Herren Rittergutsbesitzer Fibelkorn, Hauptmann Matthes, 
Hauptmann Schmidt, sowie Custos Dr. Kumm geführt worden. Dieser Art 
der Aufdeckung entsprechend sind die Funde in mehrere verschiedene Samm 
lungen gelangt, was im Interesse einer übersichtlichen Aufbewahrung ent 
schieden zu bedauern ist. 
Abgesehen von einigen Steinkisten, über die nichts Näheres mitgeteilt 
wird, sind im Ganzen 177 Gräber, vorwiegend mit Beigaben aus den 
Tischlerschen Perioden B und C aufgedeckt worden, und zwar 96 Skelett 
gräber, 32 Urnengräber und 49 Brandgruben. Ein Situationsplan fehlt, doch 
ist in der kurzen Einleitung das Nötigste über die Verteilung der einzelnen 
Gräber gesagt; die Lage des Gräberfeldes selbst ist aus der Kartenskizze 
ersichtlich. 
Die Protokolle geben den vollständigen Inhalt der einzelnen Gräber 
ttdt Hinweisen auf die Abbildungen. Tafel VI zeigt Fibeln mit oberer und 
unterer Sehne (sehr zahlreich sind die sogenannten Augenfibeln, d. h. Haken 
fibeln wie Almgren-Studien fig. 44—60, sowie Fibeln mit Rollen- und 
Sehnenhülse; Armbrustfibeln sind weniger vertreten), Tafel VII Berloks und 
Perlen aus verschiedenem Stoff, Tafel VIJI Armbänder, Armringe, S-förmige 
Oürtelhaken, Schnallen, Riemenzungen, Schlösser und Schlüssel, Nadeln und 
Messer, Tafel IX Urnen, Beigefässe, Kämme u. a. 
Nicht abgebildet sind die vier Sporen, die nur in einem Exemplar 
gefundene Pincette, sowie die ebenfalls nur in einem Exemplar gefundene 
Münze: eine silberplattierte Bronzemünze des Antoninus Pius (auf S. 141 
übrigens ohne weiteren Zusatz als Denar bezeichnet).
        

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