Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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В. Referate. Ethnologie. 
gleich sind bei Tschuktschen und Eskimos 26, bei Tschuktschen und Indi 
aner 33, bei anderen Stämmen Nordostasiens und den Eskimos 12, bei den 
ersteren und den Indianern 18. Gemeinsam bei Tschuktschen, Eskimos und 
Indianern kommen 13, bei anderen Nordostasiaten, Eskimos und Indianern 
6 vor. Im Ganzen lässt sich daraus erkennen, dass die Tschuktschen in ihrem 
Folklore viel Gemeinsames sowohl mit Eskimos, als mit Indianern besitzen, 
dass dagegen die anderen West-Bering-Stämme weniger Gemeinsames mit 
den Eskimos, aber mehr mit den Indianern besitzen. 
Prof. Emil Schmidt-Jena. 
201. Washington Matthews: Myths of gestation and parturition. 
American Anthropologist. N. S. 1902. Vol. IV, S. 737 if. 
Weitverbreitet in Polynesien wie in Amerika ist der Mythus, dass 
das Menschengeschlecht in der Erde entstanden und durch ein Loch im 
Boden an die Oberfläche gelangt sei, und zwar mit Hilfe eines Baumes, 
einer Rebe oder eines Riedgrases; gewöhnlich findet bei diesem Hervor- 
kommen eine gewaltige Flut statt. Matthews sucht zu begründen, dass 
dieser Mythus einfach ein Symbol der Geburt des einzelnen Menschen, dass 
die Erde einfach als Mutter der Menschheit (bei den Navahoes bedeutet das 
Wort für Erde: Weib horizontal, d. h. das liegende Weib), dass das Loch, 
aus dem die Menschheit zu Tage tritt, die Geburtswege, dass der Baum, 
die Rebe etc. den Nabelstrang (bei den Mandanen in Nord- Dakota wird 
ausdrücklich hervorgehoben, dass diese Rebe von links nach rechts gedreht 
sei, nicht wie gewöhnliche Reben, sondern wie der Nabelstrang) und dass 
die bei dem Erscheinen der Menschheit stattfindende Fluth das Fruchtwasser 
bedeute. Prof. Emil Schmidt-Jena. 
202. G. A. Dorsey: An aboriginal quartzite quarry in Eastern 
Wyoming. Field Columbian Museum, Publication 51, Anthro 
pological Series 1901, Vol. II, No. 4, S. 233—243, Taf. XXVIII 
—XXXIX. 
Verf. lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Quarzit-Steinbruch, den er 
allerdings nur flüchtig untersucht hat. Er sammelte hier grosse Mengen 
von primitiven Geräten, welche aber über die Nationalität der Benutzer 
dieses Steinbruches und über das Alter noch keinen genaueren Aufschluss 
gaben; wahrscheinlich geht die Anlage vor die europäische Besiedelung 
zurück. Pr. A. Götze-Berlin. 
203. W. H. Holmes: Fossil human remains found near Lansing, 
Kansas. American Anthropologist. N. S. 1902. Vol. IV, 
S. 743 ff. 
Im Februar 1902 waren beim Ausgraben eines Kellers bei Lansing 
in Kansas Gebeine von 2 Individuen gefunden worden (Schädel und Röhren-
        

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