Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
wird wie w gesprochen), den die Nachkommen der Iberer führen, darf trotz 
dem nicht aus dem iberischen erklärt werden, sondern ist zweifellos nordischen 
Ursprungs (waske bedeutet nach Saxo „athleta“ und ist auch ein altdeutscher 
Schwertname) und von den keltischen Eroberern, die sich mit den Urein 
wohnern vermischten, mitgebracht worden. Ausser briga und dunum kommen 
auch noch manche andere keltische Endungen von Ortsnamen in Spanien 
vor, z. B. uba, durum, bura, briva u. a. (Salduba, Octodurum, Aebura, 
Brutobria). Von den aus römischer Zeit stammenden Namen möchte ich 
Son Gil, Son Blas oder Blay nicht von einem altkatalonischen son (ipsum), 
sondern wie französisch Saint Gilles, Saint Blaise, von sanctus ableiten 
(Sanctus Aegidius, Sanctus Blasius). Sehr zahlreich sind selbstverständlich 
die germanischen, besonders gotischen Namen. Auch hier sind einige Aus 
stellungen zu machen: Alfonso, Alonso entspricht einem gotischen Athalafuns 
(Edelfeurig), Alvaro dem gotischen Alavair (Ausgezeichneter Mann, wie das 
schwäbische Alaman), Gonzalo dem gotischen Gundisal (nicht mit lateinisch 
salvus zusammengesetzt), Hermenendus und Irmengild sind verschiedene 
Namen (Hermeninanths und Hermenigilths). Die Endung ez ist die gotische 
Verkleinerungsendung iza (wie in Witiza), nicht ein spätlateinischer Genitiv, 
Ruy Diaz z. B. ist Rodericus (got. Rudoreiks) Didaci (aus Thiudiza, Kose 
form von Thiudareiks), Roderich Sohn des Diaz oder Dietrich. Ein alter 
Irrtum ist die Ableitung des Landschaftsnamens Catalonia von Gotalania 
(Goten und Alanen haben nicht zusammen in Spanien geherrscht); Catalonia 
ist wie Catalauni keltisch. Ladung B User-Heidelberg. 
180. Feder. Aragon: Breve estudio antropologico acerca del puefolo 
Maragato. Anales de la Soc. espan. de liist. nat. 1902. 
Ser. II, 7. Cuad. 3.—. 20 Seiten mit 12 Männer-, 12 Frauen- 
Abbildungen und 2 Tafeln mit Vorder- und Seitenansichten 
in Phototypie. 
Die Maragateria ist ein zwischen Astorga und der leonesischen Manzanal- 
kette gelegenes Hügelland mit über 390 qkm Flächenraum und 12 000 Ein 
wohnern, die ehemals hauptsächlich Maultiertreiber waren, jetzt als Händler 
in Madrid, Galizien und Amerika ihren Unterhalt verdienen, indessen zur 
Erntezeit, oder wenn sie freien wollen, auch wenn sie sich ein genügendes 
Vermögen erworben haben, in die Heimat zurückkehren. Das Klima ist 
kalt und trocken. Die Bezeichnung Maragato soll nach R. Barcia die Be 
wohner der „Mark“ bedeuten, nach des Verfassers Ansicht „Menschen des 
Mahgreb“ oder was wahrscheinlicher ihm scheint, „mas-bracata,“ d. i. „Männer 
mit Beinkleidern“. Und in der That tragen die Maragatonen weite, falten 
reiche Beinkleider oder Kniehosen, wie dies die Tracht der Bretonen ist. 
\ erf. hat 80 Männer im Alter von 22 — 66 Jahren gemessen. Körper 
grösse 1650 (Min. 1520, Max. 1830) mm, Kopflänge 190, Kopfbreite
        

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