Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

В. Referate. Etimologie. 
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Eigentlich müsste man die Schädel höhe nicht mit der Länge allein und auch 
nicht mit der Breite allein, sondern vielleicht mit der Summe von Länge und 
Breite in Beziehung bringen. Mancher Irrtum ist schon aus der Verwendung 
des Längen-Höhenindex entstanden und man glaubte oft ethnologische Unter 
schiede zu erkennen, wo bloss rechnerische Eigentümlichkeiten Vorlagen, die 
man auf dem Wege einer anderen Darstellung hätte beseitigen können. 
Was den Rauminhalt der Schädel und seine Beziehung zum Längen- 
Breitenindex trifft, so wird das Ergebnis der früheren Untersuchung durch 
die jetzige etwas modifiziert. Die mesocephalen Schädel haben nicht mehr 
den grössten Inhalt, sondern sie werden darin von den Brachycephalen um 
ein Kleines übertroffen. Die Ziffern sind dol. 1350 ccm, mesoc. 1388 ccm, 
krachyc. 1390 ccm. Die Reihe der nach dem Längen-Breitenindex ge 
ordneten Rauminhalte zeigt aber die Merkwürdigkeit, dass 2 ausgesprochene 
relative Maxima vorhanden sind, eines bei Index 77 mit 1440 ccm, das 
andere bei Ind. 82 mit 1459 ccm, bei einem Schwanken der Einzelmaasse 
der 255 Schädel von 1025—1796 ccm und einem Gesamtdurchschnitt von 
1382,1 ccm. Man könnte in den Anschwellungen bei Index 77 und 82 
eine Beziehung zu den beiden Rassenkomponenten finden, der Yerf. 
drückt sich aber in dieser Abhandlung weniger bestimmt aus als in seiner 
e rsten. Die Thatsache, dass unter den holländischen Schädeln der Amster 
damer Anatomie sich gerade bei Index 77 und bei Index 82 besonders 
grosse finden, geht auch aus der Betrachtung der Längen- und Breiten- 
maasse (S. 148) hervor. Dabei ist aber kritisch zu berücksichtigen, dass 
der ’Yerf. Männer- und Frauenschädel durcheinander verwendet, und 
dass dabei nicht auf jeden Längen-Breitenindex das gleiche Prozentverhältnis 
zwischen den Zahlen der Schädel beider Geschlechter zu erwarten ist, wie 
<‘ s doch sein müsste, um unanfechtbare Ergebnisse abzuleiten. Es ist möglich, 
dass zufällig gerade auf die Indices 7 7 und 82 verhältnismässig mehr 
Männerschädel fallen, und dann würde sich das grössere absolute Maass 
and der grössere Rauminhalt auf einfache Art erklären. Der Verl, spricht 
Slc h darüber nicht aus. Ferner ist zu bedenken, dass die Schädel der 
Anatomien meist von Individuen der unteren socialen Klassen, selten von 
hervorragenden Persönlichkeiten herrühren; den letzteren Umstand hat Bolk 
selbst in seinem Vortrag über die Rechtshändigkeit beklagt. Die unter 
suchte Schädelreihe ist daher ganz anders zusammengesetzt als die holländische 
Bevölkerung. Eine Schädelreihe, die prozentual genau so zusammengesetzt 
ls E wie die wirkliche Bevölkerung, wird kaum aufzutreiben sein, schon weil 
man die Thatsache gar nicht nachzuprüfen im Stande wäre. Aber man 
Ginnte die Schwierigkeit umgehen, indem man Schädel aus den verschiedenen 
s °cialen Schichten für sich untersucht. Man würde dabei auf sehr deutliche 
Brgebn 
isse stossen, aber vor allem gilt es, das nötige Material aus den ge 
il und sonstigen bevorzugten Ständen zu beschaffen.
        

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