Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte. 
123 
niedrigere und halbbedeckte, runde auf ebner Erde, längliche von grösserer 
oder geringerer Ausdehnung. Aus der zweiten Gruppe werden durch Be 
rücksichtigung der Lage, Form der Umfassung und des Einganges die Arten 
B-—L unterschieden, endlich nach Zahl, Grösse und Lage der Kammern die 
Arten M—P. Für die so durch wohldurchdachte Beobachtung der Einzel 
heiten gewonnenen 15 Gruppen folgt weiter eine genaue Beschreibung typischer 
Beispiele, wobei gelegentlich Einzelnes richtig gestellt wird, wie die sagen 
hafte Zertrümmerung eines Decksteins in 2 Teile, die falsche Voraussetzung 
v on der ursprünglichen Erdbedeckung aller Megalithen u. a. Zum Schluss 
'wird hervorgehoben, dass es in Deutschland, vielleicht in ganz Europa keine 
Stelle geben dürfte, auf welcher jetzt noch die Megalithe so dicht gedrängt 
zu finden sind, merkwürdigerweise aber auch so viele und grosse Verschieden 
heiten im Bau nebeneinander aufzuweisen haben. Im allgemeinen gilt immerhin, 
dass diese Gräber überwiegend auf höherm Terrain, in der Regel auf den 
Kuppen der Hügel und Höhenzüge, mitunter noch auf künstlicher Aufhöhung 
aD gelegt sind. Als Baumaterial sind hauptsächlich die im Gebiet vorkommenden 
e rratischen Granitblöcke verwendet, während in Anhalt Sandstein, um Helm- 
s tedt Braunkohlenquarzite benutzt sind. Gleichen diese Gräber im Material 
a Lo den altmärkischen am meisten, so unterscheiden sie sich doch von ihnen 
durch die geringere Grösse ihrer Blöcke, was in dem natürlichen Vorkommen 
derselben seine einfache Erklärung findet. Wo sog. Wächter angebracht 
Slll d, stehen sie meist im Süden, wo sich auch überwiegend die Seitenein- 
gange zur Kammer befinden. Die Einfassungen sind im Vergleich zum 
Befund andrer Gegenden eng und meist rundlich, nur selten eckig. Als 
Bimmelsrichtung kann die ost-westliche nicht als bestimmend für die Bauten 
an gesehen werden, vielmehr sind die örtlichen Verhältnisse dafür maass 
gebend gewesen. Von künstlicher Bearbeitung oder sonstigen Zeichen auf 
den Steinen ist nirgends etwas beobachtet worden. Trotz aller Verschiedenheit 
gehört doch die grösste Zahl der besprochenen Gräber der Gruppe G an, 
d. den länglichen einkammerigen Hünenbetten auf mittelhohem künstlichen 
Bügel ohne Seiteneingang. Prof. Dr. Walter-Stettin. 
HO. J. Mestorf: Die Funde aus dem Husumer Mühlenteich. Mit 
teilungen des Anthropol. Vereins in Schleswig-Holstein, 1902. 
Heft 15, S. 11, m. 14 Abb. 
Bei der Trockenlegung des südöstlich von Husum gelegenen Mühlen 
teiches zeigten sich 1867 am Nordrande und auf 2 inselartigen Erhöhungen 
alt e Herdstellen; besonders die ersteren traten deutlich in reihenweiser An- 
0r dnung hervor als 15 cm dicke Aschenschichten mit Kohlen auf Stein- 
Pflaster, nach anderer Schilderung als estrichartige Schichten mit gebrannten 
Behmteilen, Kohlen und Scherben. Dabei fanden sich regelmässig in einem 
Baufen allerlei Feuersteingeräte, auf den Inseln ähnliche Splitter am Rande,
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.