Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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Und grossen, sodass die durchschnittliche Körpergrösse hei den Tauglichen 
m Baden sich noch höher, vielleicht auf 167—168 cm stellen würde. 
Immerhin ist die schwedische Bevölkerung um einige Centimeter grösser als 
die badische, und dies rührt davon her, dass sie den germanischen Typus 
Weit reiner bewahrt hat als diese. 
In den einzelnen Landschaften variiert die Körpergrösse etwas. Wenn 
man von Lappland mit 169,1 cm absieht, so haben alle übrigen 24 Land 
schaften mindestens 170 cm und die Breite der Schwankung von Blekinge 
«oit 170,0 cm bis Gotland mit 172,7 beträgt nur 2,7 cm. Dabei lässt 
Weder die Höhenlage, noch die sonstige Naturbeschaffenheit der Landschaften, 
Doch die Beschäftigung, noch die Yermögenslage der Mannschaften einen 
Einfluss erkennen. In ärmeren Gegenden ist oft die Körpergrösse höher 
in wohlhabenderen. Die Rassenanlagen sind das Entscheidende. 
Gmnz übereinstimmend war der Befund in Baden. 
Die Sitzgrösse betrug bei den schwedischen Soldaten 90,4 cm, bei 
Den badischen Wehrpflichtigen nur 86,4 cm, also 4 cm weniger, während 
die Beinlänge in Schweden 80,5, in Baden 78,8 cm gefunden wurde, also 
Dur um 1,7 cm differierte. Dies zeigt, dass man es in Schweden mit einer 
^eit reiferen Bevölkerung zu thun hat. Die Soldaten waren nicht nur 
durchschnittlich 1 Jahr älter als die badischen Wehrpflichtigen, sondern sie 
bildeten eine Auslese nach Weglassung der noch unreifen Individuen. In 
der Körperbehaarungsklasse 2 der badischen Wehrpflichtigen entspricht einer 
Körpergrösse von 170,9 cm eine Sitzgrösse von 89,6 cm, d. i. 0,8 cm 
Weniger als bei den gleichgrossen schwedischen Soldaten. 
Die Spannweite der Schweden war durchschnittlich 176,46 cm, also 
Dugefähr 5,6 cm grösser als die Körperlänge, natürlich mit individuellen 
Schwankungen. Eine unter der Körpergrösse bleibende Spannweite kam 
D ,lr bei 8°/ 0 der Gemessenen vor. Im Ganzen ist mit diesem Maass nicht 
Vlfc d anzufangen und es lohnt kaum die Mühe und Zeit, die man auf seine 
Erhebung verwendet. 
Es war sehr richtig gehandelt, dass die Verf. bei der Berechnung der 
Dulividuellen Kopfindices die Decimalen einfach weggelassen und nicht 
'diejenigen über 0,5 nach oben abgerundet haben, denn nur so erlangt man 
eine richtige Klasseneinteilung. Bei der Berechnung des durchschnittlichen 
budex ergiebt sich jedoch dadurch eine Unstimmigkeit. Die Yerf. finden 
durchschnittlichen Index von ganz Schweden 77,855, ohne zu sagen, 
Wl<i derselbe berechnet wurde. Rechnet man den Index aus der durchschnitt 
lichen Kopflänge von 19,29 cm und der durchschnittlichen Kopfbreite von 
’10 cm, so kommt 78,279 heraus, um 0,424 mehr als die Verf. angeben. 
as könnte seinen Grund in der Weglassung der Decimalen bei den indi- 
^Dellen Indices haben. Yon 0,000 bis 0,999 variierend, ergeben diese 
e D Durchschnitt von 0,499, und um soviel müsste man den Index erhöhen,
        

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