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Full Text : Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 7.1902

382

B.  Referate.  Urgeschichte.

Ornament.  Aus  diesem  Funde  scliliesst  Dr.  Pie,  dass  die  am  Rhein  für  die
Steinzeithocker  charakteristische  Keramik  in  Böhmen  bis  in  die  jüngere
Hallstattzeit  sich  erhalten  hat.  Br.  H.  Matiegka-Prag.
386.  J.  L.  Pic:  Kostrovy  hrob  v  Bräniku  (Skelettgrab  in  Branik
bei  Prag).  Pamatky  archaeol.  1901.  Bd.  XIX,  S.  431.  Mit
Abbildungen.
Doppelskelettgrab,  enthaltend  zwei  gegossene  Bronzegürtel  mit  spiralig
eingedrehtem  Ende  vom  ungarischen  Typus  (vgl.  Hampel:  Bronzezeit
T.  XLIV,  1,  2  etc.),  eine  lange  Nadel  mit  flachem  Kopfe,  3  Paar  Armbänder, ­
  Spiralen,  Fingerring  mit  Spiralplatten,  alles  von  Bronze  und  vom
südböhmisch-bayerischen  Hügelgräbertypus.  Br.  H.  Matiegka-Prag.
387.  B.  Cermäk:  Predhist.  pohrebiste  n  Horina  (Prähist.  Grabfeld
bei  Horin-Melnik,  N.-Böhmen).  Pamatky  archaeol.  1902.
Bd.  XIX.  S.  513,  mit  1  Tafel.
1.  Hockerskelettgräber  vom  Unetitzer  Typus  auf  der  Flur  „Nad
bi'eliy“  mit  Feuersteinspitzen,  Messern,  glatten  Bronzearmringen,  Säbelnadeln
mit  flachem  Kopf  und  Ose,  charakteristischen  Gefässen  (schmaler  Boden,
breiter  Hals).  —  2.  Zwei  Hockerskelette  mit  einem  Eisendraht  um  den
Schädel  (als  Helmgerüst  gedeutet),  neben  Armbändern  und  Gefässen.  —
3.  Urnenfeld  auf  der  Flur  „Na  piskäch“  vom  Lausitzer  Typus.  Bemerkenswert ­
  2  flache  Bronzeschüsseln  (28,5—29,5  cm  im  Durchmesser),  deren
Rand  einmal  mit  einer  komplizierten  Wellenlinie,  das  andere  Mal  mit
3  parallele  Linien  verziert  ist.  Br.  II  Matiegka-Prag.
s)  Afrika.
388.  Forrer:  Achmim-Studien  I.  Über  Steinzeit-Hockergräber  zu
Achmim,  Naquada  etc.  in  Ober-Ägypten  und  über  europäische
Parallelfunde.  Strassburg’,  Verlag’  von  Karl  J.  Trübner,
1901.  Mit  zahlreichen  Textabbildungen  und  4  Lichtdrucktafeln.
Wie  die  Funde  von  Troja  und  Mykenae  die  klassischen  Archäologen
und  die  Prähistoriker  einander  genähert  haben,  so  bringen,  wie  Forrer  in
der  Einleitung  sagt,  verwandte  Funde  auch  zwischen  den  Prähistorikern  und
den  Ägyptologen  eine  Annäherung  zustande,  da  es  sich  gezeigt  hat,  dass
auch  in  Ägypten  eine  Stein-  und  Bronzezeit  vorhanden  gewesen  ist,  die
vielfache  Berührungspunkte  mit  der  gleichzeitigen  europäischen  Kultur  aufzuweisen ­
  hat.  In  grosser  Anzahl  sind  solche  Berührungspunkte  gegeben
durch  die  ägyptischen  Hockergräber  und  ihre  Begleiterscheinungen.
Das  Material,  dessen  sich  der  Verfasser  bedient,  stammt  aus  Oberägypten. ­
  Fis  sind  Hockergräber  gefunden  von  Flinders  Petrie  und  J.  E.
Quibell  in  Naquada  und  Bailas,  an  der  Westseite  des  Nils  etwa  30  Meilen
nördlich  von  Theben.  Die  Beigaben  bestanden  in  Schmucksachen  (durch ­
            
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