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Volltext: Centralblatt für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, 6.1901

B. Referate. Anthropologie. 
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136. W. N. Rosanow: Über Gynäkomastie. Mit 3 Zeichnungen. (Enss.) 
Euss. anthropol. Journal. Moskau. 1900. Bd. I, Nr. 4, 
S. 21—36. 
Der Verf. beschreibt ausführlich einen Pall von Gynäkomastie, der bei 
einem 17-jährigen Bauern zur Beobachtung kam. Die beiden vergrösserten Mammae 
wurden auf operativem Wege entfernt und dann mit Hilfe des Mikroskops unter 
sucht. Die Litteratur ist ausgiebig benutzt. — Das Ergebnis ist in Kürze, dass 
es sich um eine Vermehrung aller Bestandteile der Brustdrüsen, in erster Linie 
um die des Bindegewebes, handelt. Prof. Pr. L. Stieda - Königsberg i. Pr. 
137. Leubuscher: Zur Selbstmordstatistik. Corresp.-Blätter d. allg. 
ärztl. Vereins von Thüringen. 1899. Bd. IX. 
Verf. bespricht die Selbstmorde des Jenenser Physikatsbezirks von 1874 bis 
1896 (248 Fälle) und des Herzogtums Sachsen-Meiningen von 1878 bis 1897 (1889 
Fälle). — Im Jenenser Bezirk beträgt die berechnete Frequenz für 1 Million Ein 
wohner 510 Fälle, ist also ausserordentlich hoch, noch höher als im Königreich 
Sachsen. Auch hier fallen die meisten Fälle in die warme Jahreszeit, und zwar 
März bis August, hauptsächlich in den Juli. Die Selbstmordneigung ist am grössten 
bis zum 30. Lebensjahre, am auffallendsten beim weiblichen Geschlecht (fast 50°/ 0 !). 
Die Ausbeute an Motiven, dem wichtigsten Untersuchungsteil, ist dürftig. Unter 
36 genauer bekannten Fällen ist nur 9 mal Geistesstörung, hauptsächlich „Melan-. 
cholie“, notiert. Das Verhältnis der Geschlechter ist 3,1:1, 
In Sachsen-Meiningen berechnet sich die Frequenz auf 330—336:1 Million 
Bewohner. Das Land ist fast ganz protestantisch, hat gute Schulbildung, eine 
zum Teil blühende Industrie und vorwiegend ländliche Bevölkerung. Das Ver 
hältnis der Geschlechter ist 4,2 :1, also für die Frau geringer als im übrigen Mittel 
deutschland. Zwischen dem 50. und 60. Jahre schwillt die Frequenz bei Männern 
bedeutend an. — 561 Fälle überhaupt fallen auf industrielle Arbeiter. Auch hier 
war die Ausbeute an Motiven und besonders an nachgewiesener Geistesstörung 
gering. — In längerer Einleitung bespricht Verf. die Ergebnisse bisheriger Enqueten, 
wobei er zwar nichts Neues bringt, aber doch Manches, was man sonst zusammen 
suchen muss. Er glaubt, dass die kolossalen Unterschiede der Selbstmordziffern in 
manchen gleichartigen Ländern durch eine verschieden gute sanitätspolizeiliche 
Verwaltung erklären zu können, durch welche „eine verschieden genaue Registrierung 
aller Todesursachen bewirkt wird.“ — Jedenfalls glauben wir, dass durch ein 
sorgfältigeres, nach einheitlichen Grundsätzen erfolgendes sachverständiges Forschen 
nach den Motiven die Rubrik abnormer Geistesrichtung erheblich steigen würde. 
Oberarzt Dr. Kellner-Hubertusburg. 
138. Heller: Zur Lehre vom Selbstmord nach 300 Sektionen. Münch, 
med. Wochenschrift. 1900, Nr. 48. 
Von den 230 Männern und 70 Frauen dieser Sektionsreihe standen 27,4 °/ 0 
Männer und 58,5 °/ 0 Frauen unter dem 30. Lebensjahre; indes wäre es falsch, aus 
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