‘258
A. Originalabhandlung.
die im süd- und westgermanischen G-ebiet mit Münzen des 6. bis
8. Jahrhunderts zusammengefunden werden.
Die Altertümer der folgenden Zeit, vom 8. Jahrhundert bis
zum Ende der Vorgeschichte, bedürfen, da Münzen dieser Periode
in Ostpreussen nicht häufig sind, gleichfalls besserer Kriterien zur
Datierung, als sie uns bisher zu Gebote standen.
Da die jetzt in Betracht kommenden Formen aber nicht auf
Ostpreussen beschränkt, sondern auch aus dem östlichen Nachbargebiet
bekannt sind, so werden wir untersuchen müssen, oh die
Fundumstände dort eine sichere Datierung dieser Formen gestatten.
Eine solche Untersuchung ist natürlich nur dann möglich, wenn
man das erforderliche Material einigermaassen vollständig überblicken
kann.
Das war in Bezug auf die ostbaltischen Altertümer früher
nicht der Fall. Wenn auch die Werke von Kruse (Necrolilonica
1842), Bähr (die Gräber der Liven 1850), das grosse Tafelwerk
J. R. Aspelin’s (Antiquités du Nord finno-ougrien 1877—84), sowie
eine Anzahl kleinerer Arbeiten (von Grewingk u. A.) eine allgemeine
Übersicht gestatteten, so waren sie doch samt und sonders zu
Spezialuntersuchungen ihrer Anlage nach wenig geeignet. Erst die
letzten sechs Jahre haben hierin eine Wendung zum Besseren gebracht.
Sowohl in den russischen Ostseeprovinzen, wie in Finnland
haben in diesem Zeitraum umfassende systematische Ausgrabungen
stattgefunden; eine Reihe wertvoller Publikationen legt Zeugnis
dafür ab.
Aus den russischen Ostseeprovinzen nenne ich nur die Arbeiten
von Boy: Bericht über Ausgrabungen auf dem Kronsgute Zeemalden
in Kurland und Hausmann: Grabfunde aus Estland, beide aus dem
Jahre 1896. Der finnische Altertumsverein in Helsingfors giebt seit
1894 unter dem Titel: „Finskt Museum“ ein Monatsblatt, z. T. in
schwedischer Sprache, heraus, das gute Einzeluntersuchungen enthält.
Neuerdings erscheinen in Finnland auch Publikationen in deutscher
Sprache, so hat die Archäologische Kommission (Staatsarchäologe
ist Prof. J. R. Aspelin) als viertes Heft ihrer Analecta archaeologica
Fennica die wichtige Arbeit H. J. Heikel’s: Die Brandgräber von
Päiväniemi, Säijoki und Kirmukarmu in Satakunta kürzlich in
finnischer und deutscher Ausgabe veröffentlicht.
Aber ausser den eben genannten Publikationen besitzen wir
heute zwei grosse Tafelwerke, die uns den gesamten Formenkreis
der ostbaltischen Altertümer in guten Abbildungen erschliessen und
deren Text so eingerichtet ist, dass sich die in chronologischer oder