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Volltext: Der Erdball, 4.1930

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die den Sumpf umgaben, sind kahl 
und tot. Aber vom Meteor selbst 
ist nichts zu sehen. Er explodierte 
in der Luft und fiel in großen 
Stücken auf die Erde, sich tief in 
den Boden einbohrend. Wo diese 
Teile in der Tiefe des Bodens ver 
borgen sind, sieht man genau an 
den Dutzenden riesigen Trichtern, 
die die Oberfläche des Sumpfes 
zerlöchern. Diese Trichter sind 
kreisrund und haben Durchmesser 
von 5 bis zu über 50 Metern. Sie 
begannen allmählich zuzuwachsen 
mit Sumpfgras, das sich indessen 
merkwürdigerweise scharf in der 
Farbe von der übrigen Vegetation 
abhebt. Von den Bergen bietet 
daher der Sumpf einen eigentüm 
lichen Anblick. An den Rändern 
des Sumpfes sieht man Falten, die 
von der Mitte ausgehen. Sie 
scheinen geronnene Wellen zu 
sein. Offenbar sind sie ver 
ursacht durch den vom Zentrum 
ausgehenden Druck beim Fallen 
des Meteors, der diese „Defor 
mation“ hereorrief. Den Bergen, 
die den Sumpf umgaben, gab Prof. 
Kulik die Namen bekannter euro 
päischer, mit der Meteor-P orschung 
beschäftigter Gelehrter. 
Hier begann unsere eigentliche 
Arbeit, und man kann nicht sagen, 
daß sie leicht war. Ziemlich die 
größte Schwierigkeit machten uns 
die Sumpfmücken und andere 
Insekten, die uns in Wolken be 
lagerten. Sie zwangen uns, die 
Hemden dreifach zu tragen, 
schweres Schuhwerk, lederne 
Handschuhe und besondere Mos 
kito-Netze. Darunter kamen wir 
\or Hitze fast um, aber wir mußten 
Tag und Nacht unser Gesicht be 
deckt halten. 
Sehr bald machte sich bei uns 
auch der Mangel an Lebensmitteln 
bemerkbar. Besonders fehlte uns 
jegliches Gemüse, das ja so wich- 
iig ist, um den Skorbut zu ver 
hindern. Aber es ließ sich durch 
nichts dort ersetzen. Bei unseren 
Arbeiten und Untersuchungen 
mußten wir oft bis zum Leib im 
Sumpf steckend, tätig sein. 
Mit besonderer Liebe half der 
Expedition ein junger Sibirjak, 
den wir Alexis nannten. Er kehrte 
auch zusammen mit mir nach 
Wanowar zurück. Sein größter 
Wunsch war, möglichst bald nach 
Moskau zu kommen, um dort zu 
lernen. 
Die Schwierigkeiten der Arbeit 
und der Mangel an Lebensmittel 
machte sich in ihren Folgen bald 
bemerkbar. Zuerst erkrankten 
zwei Arbeiter am Skorbut. Auch 
bei mir machten sich die ersten 
Anzeichen dieser Krankheit be 
merkbar. Sobald ich daher meine 
Arbeit beendet hatte, wurde be 
schlossen, daß ich zusammen mit 
den Erkrankten zurückkehren 
solle, um nicht die schmalen Vor 
räte der Expedition unnötig aufzu 
brauchen. Der Rückweg war in 
mancher Beziehung noch schwieri 
ger als die Hinreise. Die Flüsse 
waren ziemlich ausgetrocknet und 
daher unbenutzbar; dafür gab es 
aber Sümpfe und Moräste ohne 
Unterbrechung. 
Nachdem ich wieder in Keshma 
angelangt war, machte ich eine 
große Reihe von Aufnahmen aus 
dem Leben der heimischen Be 
völkerung. Die verlorenen Posten 
der Pelzjäger und Pelzhändler und 
auch die nomadischen Tungusen 
hielt ich im Filmstreifen fest. Nach 
einigen Tagen kam auch Sytin mit 
den übrigen Arbeitern, die auch
	        
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