de, mit seiner zweiten Gemahlin bis
zu seinem Tode am 1. Januar 1665.
Sein Herz bestattete man in einer
Kapsel vor dem Altar der Kloster
kirche. Mit dem Westfälischen Frie
den fiel Zinna, da es zum Erzbistum
Magdeburg gehörte, an Kurbranden
burg. Der Klosterbau hat sich noch
bis zum Jahre 1764 erhalten, dann
ließ Friedrich der Große zum Aufbau
der Stadt Zinna die Gebäude bis auf
die Reste, die heute noch erhalten
sind, abtragen, und ihre Steine wur
den für die Häuser der Weber, die aus
der Niederlausitz einwanderten, be
nutzt. Die Klosterkirche wurde Stadt
kirche. Erst im Jahre 1897—98 hat
man sie etwas renoviert.
Aus „Der Märkische Wanderkamerad“
Hugo Bermühler Verlag.
Die Herzegowina.
Europas großartigstes Karstland.
Von Richard Busch-Zantner.
„Hersek“, d. h. „Alles von Stein“,
konstruierten sich die Türken den
für sie nicht so klar verständlichen
Namen Herzegowina zurecht, der
eigentlich so etwas wie „Herzogsland“
heißt und daran erinnert, daß dieses
Gebiet im 15. Jahrhundert zum Hei
ligen Römischen Reich Deutscher
Nation gehörte. „Hersek“, „Alles von
Stein“ sagten sie, und wer heute vom
gesegneten Waldland Bosnien herü
berkommt, über den Ivanpaß die
Gebirgsschranken kreuzt und dann
den Narentadurchbruch bei den Pren-
jebergen überwindet, wird ordentlich
das Heimweh nach Bosnien bekom
men, jene wundersame Sehnsucht
nach dem wundersamen Land, auf
das man so gern das anwenden
möchte, was Heine von seiner Vater
stadt Düsseldorf sagte: wenn man
nur den Namen hört, ist einem, als
müsse man aufstehen und sofort
dorthin nach Hause gehen.
Kraß ist der Unterschied zwischen
den beiden Ländern, sobald die Hoch
region überwunden ist, und noch
dazu dann, wenn man das geogra
phisch besondere, selbständige Ge
biet der Narenta verläßt und in das
südöstliche Stufenland eindringt, das
leichthin zur Adria abdacht, von
Kuppen und Wannen, Tälern und
niederen Hügeln in fast regelmäßig
südöstlichem Streichen durchsetzt.
Kreidekalkklippen mit spärlicher
Flora dazwischen machen das Land
aus, langatmige, langweilige, ge
streckte, gedehnte Formationen,
merkwürdig wenig Geröll, dafür aber
zerschrattete, teilweise durchlöcherte
Felsen: reinster Kalk und Wasser,
Wasser, das den Kalk auflöst und
chemisch zersetzt, ohne ihn — wie
etwa in den Alpen — zu zer
sprengen.
Die Herzegowina ist eine der phä
nomenalsten Landschaften Europas.
Ein Karstland von gigantischem Aus
maß. Ein Land mit einem krausen
Wunderwerk von unwahrscheinlichen
Dingen, einer der wasserlosesten
Striche des Kontinents und dabei in
Wahrheit regenreicher als das regen
reiche Salzburg. Der Kalk wirkt eben
wie ein Schwamm, der Boden ist wie
ein Sieb, der das Wasser einsaugt,
durchsickern läßt, bis es sich in ver
zweigten, unerforschten, unzugäng
lichen unterirdischen Höhlen wieder
findet, unterirdische Flußläufe bil
det, die dort, wo die Täler („Poljen“
genannt) streckenweise soweit herab
gehen, wie das Niveau dieser unter
irdischen Wasseradern reicht, für
kurze Strecken ans Tageslicht kom