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Volltext: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde, 5.1959

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Werner Radig 
Die Mitarbeiter des Handbuches berieten im Anschluß an die vorjährigen Vorschlag 6 
und Vereinbarungen z. B. über die Gliederung der Beiträge der einzelnen Länder bz'A - 
größeren Landschaften. Dem Gliederungsvorschlag von Josef Schepers für seinen Be 1 ' 
trag über das Bauernhaus in Westfalen folgte eine lebhafte Diskussion, deren Ergebnis sich 
etwa so zusammenfassen läßt: Einer vornehmlich historischen Gliederung des Gesamt' 
Stoffes, die in vielen Ländern und größeren Landschaften noch nicht möglich ist, ist zu 
nächst die geographische Aufgliederung nach kleineren Landschaften, bzw. ,,Hausland' 
schäften“ vorzuziehen. Innerhalb dieser Landschaften ergibt sich ohnedies die Darstellung 
des geschichtlichen Ablaufes der Bauentwicklung einschließlich des Siedlungsgescheheus- 
Wurde doch immer wieder auch die knappe Schilderung des Besiedlungsganges bzw. der Sied' 
lungsgeschichte, die möglichst voranzustellen sei, für notwendig erachtet. Dabei wurde auch 
die Beigabe von Übersichtskarten gefordert. In der Aussprache über Kartenbeigaben, 
der sich die Sitzungs- und Diskussionsleiter Bruno Schier und Josef Schepers sow 16 
Karl Ilg, Innsbruck, Max Gschwend, Basel, Torsten Gebhard, München, HermaN^ 
Schilli, Freiburg, Ernst Schlee, Schleswig, Max Lohs, Schorndorf, Heinrich Winter 
Heppenheim u. a. beteiligten, versuchte der Berichterstatter dieser Zeilen das Für und Wid ei 
dahingehend zusammenzufassen, daß in den Ländern Inventarkarten, also Verbreitung 8 ' 
karten nach vorangegangener Inventarisation des Bestandes wohl notwendig, aber ebeü 
meist noch nicht vorhanden seien, daß aber sogenannte Interpretationskarten, d. h. deutende 
Karten des in den Landschaften schon erkennbaren Typen Vorrates angestrebt und von F a | 
zu Fall auch bereits gewagt, d. h. veröffentlicht werden möchten, notfalls in einer summat 1 ' 
sehen Form. Wiederholt betonte Torsten Gebhard, daß es auf eine einheitliche Termin 0 ' 
logie ankomme, besonders in diesem geplanten Handbuch, das nicht nur für Fachleu te 
geschrieben werde, sondern auch für Heimatfreunde, die unter Umständen in die aktuell 6 
Feldforschung einbezogen werden. Wie Gebhard ein Muster für die Terminologie d 6i 
Hauskunde gefordert hatte, so wünschte Karl Brunne einen Modellaufsatz für das Hand' 
buch, der seit längerem in Aussicht steht. 
Die Reihe der Berichte über den Stand der Vorbereitungen in den einzelnen Länder' 1 
wurde von den Vertretern der DDR eingeleitet. Karl Baumgarten, Rostock, bot die a>-> 
Grund langjähriger Studien erarbeitete Gliederung des Stoffes des niederdeutschen Haus^f 
vornehmlich in Mecklenburg, die als geeignetes Beispiel aufgenommen wurde. Der Vet * 
dieses Berichtes umriß die geographische Gliederung der Volksbauweise des Bauern 
hauses für das Gebiet an der mittleren Elbe mit dem „mitteldeutschen Haus“, insbesonder 6 
dem Umgebindehaus, über das noch unveröffentlichte Materialien und Arbeiten (z. B. 
E. Deutschmann) vorliegen. Nach diesem Hinweis ersuchte der Ref. um eine angemessen 6 
Würdigung der heutigen Grenzen gegenüber unseren östlichen Nachbarn, damit das Han° 
buch als ein gesamtdeutsches Werk realisiert werden kann. 
Nach weiteren Kurzberichten über Südwest- und Nordwestdeutschland schl° 1 
Bruno Schier mit der Empfehlung, daß sich die Autoren gegenseitig die Beiträge vor d ef 
Drucklegung zugänglich machen und mit Hilfe der Herausgeber aufeinander abstimmj 11 
mögen, dies um so mehr, als auf das wichtige Prinzip einer echten Gemeinschaftsarbeit h 111 
gewiesen worden war. , 
In der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises für deutsche Hausforschung 
vom Vorsitzenden Bruno Schier, Münster, das bedeutungsvolle iojährige Bestehet 1 ° e 
Arbeitskreises hervorgehoben, wie er selbst in einem Bericht über dessen Entwickl u » 
lebendig dargetan hat. Es erfolgte die Begrüßung der Gäste und Mitglieder aus dem -A- uS 
lande (Türkei, Frankreich, Holland, Schweiz, Österreich) sowie aus der Deutschen D 
kratischen Republik. Nach dem Jahres- und Geschäftsbericht durch J. Schepers und ein e 
Litaraturbericht von K. Brunne folgte die Entlastung des Vorstandes und des Arb 6 * ^ 
ausschusses. W. Radig, Berlin, dankte für die geleistete intensive und produktive At 
des Vorstandes. g 
Dann schloß sich die Beratung über die nächstjährige Tagung an, für die Lünebü 
wohl Anfang August (eventuell mit einer Seefahrt nach Wisby auf Gotland) vorge se 
wurde. Über das Handbuch für deutsche Bauernhausforschung wurde Bericht (s. oben)
	        
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