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fullscreen: Die Nadel

I. 
nser schnellebiges und nervöses, aber auch vielseitiges, 
feinnerviges und arbeitsames Jahrhundert hat sich seine 
eigene Poesie geschaffen. An die Stelle der behäbigen 
Biedermeierpoesie des Postkutschenzeitalters, der roman 
tische Gefühle jener Tage, wo der Urgroßvater die Urgroß 
mutter nahm, an die Stelle von Schwärmern, die Vater 
mörder trugen und Krinolinen, ist eine nicht minder starke, nicht minder 
berechtigte Poesie getreten. Die Länder durcheilt der D-Zug mit bequemen 
Schlaf- und Speisewagen. Die elektrisch betriebene Zahnradbahn führt 
auch alte Damen hinauf in die Gletscherwelt. für deren Naturschönheit 
beiläufig bis zu Goethes Zeit fast niemand Verständnis gehabt hat. 
Mit stark entwickeltem Wirklichkeitssinn nehmen die Frauen geistig 
und persönlich teil an den großzügigen Unternehmungen ihrer Männer 
und haben im Weltkrieg bewiesen, daß einem Geschlecht mit zart 
verästelten Nerven durchaus nicht starke Tatkraft und Ausdauer 
abgehen muß. Vor allem aber werden wir die moderne Poesie dort 
entdecken, wo die gewaltigen Fortschritte der Technik Riesenfabriken haben 
entstehen lassen, wo die Schornsteine qualmen, die Räder surren. Eisen 
hämmer dröhnen, wo menschliche Intelligenz hundert Künde durch eine 
einzige raffiniert ersonnene Maschine ersetzt hat. wo auch des Nachts 
nicht gerastet wird und ein Feuerschein über den Kochöfen aufflammt, 
wo in genialer Arbeitsteilung ein Gehirn tausend Gegenstände ersinnt 
und tausend Künde oder Fäuste an der Fertigstellung eines Gegenstandes 
schaffen. Kraftvolle Naturen werden nie gedankenlos einstimmen in das 
«Lob der vergangenen Zeit", sondern werden mit Hellem Blick um 
sich schauen, voll Stolz darauf, ein Kind der eigenen Zeit zu sein.
	        
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