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Objekt: Baessler-Archiv, 15=40.1967

Baessler-Archiv, Neue Folge, Band XV (1967) 
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4. „Largara garila, wargudi largara-garila, minboru largara garila“. 
(Abb. I A, 27) 
,largara* ist der Ton eines ,minboru 1 , den es hervorruft, wenn es als ein 
Schwirrholz an einer Schnur befestigt, geschwungen wird und den Boden be 
rührt. In ,Miljarala‘ werden demnach ,minboru c als Schwirrhölzer geschwungen. 
(Es fand also dort eine Kulthandlung statt, über deren Hintergründe die 
Gewährsleute keine Angaben machten.) 
Von dort wanderten sie, wie es hieß „einen langen Weg“ weiter nach JBulaiT, 
einem ,widu rjura' = „großen Platz“, wo sie eine ganze Serie von ,bilijarju c - 
Mahlzeiten veranstalteten (was impliziert, daß Kulthandlungen vorausgingen). 
,Bulan‘ war ein ,djaramara‘, d. h. ein Regenmacherzentrum, eine Wasserstelle, 
in der eine ,bulap c bzw. ,bulain c , eine Regen und Fruchtbarkeit bewirkende 
mythische Schlange überdimensionaler Größe beheimatet war. Mit dieser Loka 
lität verbindet sich folgender Gesang: 
5. „Bulain wordja-wordja, lunda, bulap-dja“. (Abb. I A, 28) 
Weiter wanderten sie ,gagara c , nach ,Maduguru*, einem großen ,djaramara- 
djila* im Fitzroy River-Gebiet, wahrscheinlich im Stammesterritorium der 
Mapala. Es ist ein unter allen Farbigen der nördlichen Westlichen Wüste, aber 
auch des Kimberley-Distriktes bekannter zwischengrupplicher Kultplatz und er 
gilt allgemein als ,malgare* = „tot“, d. h. als eine geheime Zone, deren unbe 
fugtes Betreten den Tod bringen kann. Mit ,Maduguru* verbinden sich zwei 
,jinma*: 
6. „Maduguru buldjan-bupa, djigare-la, buldjan-bupa“. (Abb. I A, 29) 
Dieser Gesang bezieht sich auf die Wanderschaft der Gruppe nach ,Madu 
guru*, während der folgende: 
7. „Maduguru djirim-bina, jana Maduguru jana“ 
ihre dortige Ankunft anzeigt. 
Durch die Territorien der Njapomada und Mapala haben die Wege dieser 
,kurap-gara*-Linie geführt. Als ,wandji-bilijapu‘-Gruppe steht sie jetzt an der 
Grenze des Djualin-Walmadjeri-Landes. Die Angaben über ihre weiteren 
Schicksale sind widerspruchsvoll. Einmal heißt es, daß ,Djanba* und seine Leute 
dort unter Zurücklassung aller ihrer Dinge ,i)albinjei* = „eingingen“ (in die 
Erde) und damit ihre diesseitige Existenz beschlossen. Sie wurden zu ,jadapal* = 
Geistwesen, bzw. Geistkindern. Zum anderen heißt es, daß die mythischen 
Führer ,Djanba‘, ,Bredjare“, sowie ihre ,mindje-bururuij* und ,jaba-jaba c -Frauen 
in das Djualin-Gebiet eintraten, um ihre Wanderungen in östlicher Richtung 
fortzusetzen. Vielleicht ist aber auch beides richtig und nach einem, uns nicht 
nur aus den ,wandji*-, sondern auch aus vielen anderen ,krap-gara‘-Traditionen 
bekannten und stets wiederkehrenden Modell, spaltete sich die Gruppe: Der
	        
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