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Objekt: Zeitschrift für Ethnologie, 23.1891

(467) 
SO scheint er doch nach der Zeichnung für einen blossen Ohrring zu stark zu sein, 
"nd es wäre daher wohl möglich, dass er nach Art der Schläfenringe an einem 
Lederstreif in der Gegend des Ohres getragen worden ist. | 
Hr. Theile bemerkt bei dieser Gelegenheit, dass in der Nähe von Sobrigau 
“Wei Burgwiille vorhanden sind: der eine, noch jetzt Burgberg genannt, nahe bei 
Lockwitz am westlichen Bergabhange, der andere oberhalb der Hummelmühle im 
Lockwitz-Grunde. — 
(26) Hr. Schumann zu Lócknitiz berichtet unter dem 1. Mai über 
freiliegende neolithische Skeletgräber von Glasow bei Löcknitz (Pommern). 
Au einer früheren Stelle (Verh. 1890. S. 478) habe ich über eine bisher hier 
toch wenig beachtete Form von neolithischen Gräbern berichtet, über die frei- 
liegenden Skeletgräber, — Gräber, in denen die Skelette mit einzelnen Steingeräthen 
"d ab und zu mit Gefüssen ohne Steinkisten im Boden ausgestreckt liegen. Gräber 
dieser Art sind aus Pommern noch wenige beschrieben, da dieselben, unscheinbar 
and Von aussen durch nichts markirt, bei weitem weniger in die Augen fielen, als 
de Srossen Hünengräber mit ihren zum Theil gewaltigen Steinkisten. Ich erinnere 
hierbei nur an die von Stolzenburg bei Pasewalk (Verh. 1886. S. 607) und von 
Lebehn (Verh. 1889. 8. 217). | 
.. Von dem, zu den freiliegenden gehörigen Grabe von Moor bei Brüssow konnte 
ch nur über ein Gefüss berichten; ich bin nun auch in der Lage, über emen hierher 
SChörigen Schädel Mittheilung machen zu können. Auf dem Grund und Boden des 
Bauerhofsbesitzers Wendt, der zwischen Retzin und Glasow, dicht am Randow- 
tha) ausgebaut, wohnt, wird zur Zeit Moorcultur angelegt. Der zur Bedeckung 
des Bruchlandes im Randowthal nöthige Sand wird dem Ufer des Thales selbst 
“nommen. Bei Gelegenheit des Sandabfahrens fanden sich 3 Skelette. 
Dieselben lagen etwa 2 Fuss tief unter der Oberflüche, mit dem Kopfe nach 
Osten, den Beinen nach Westen gerichtet, gerade ausgestreckt. Dieselben waren 
Teder mit Steinen bedeckt, noch mit solchen umgeben. Gefässe wurden bei den- 
Selben ‚nicht bemerkt, wohl aber prismatische Feuersteinmesserchen. Von 
Metallbeigaben keine Spur. Leider wurde wegen der Unachtsamkeit der Arbeiter 
AT der eine Schädel gerettet. Derselbe war gut erhalten, doch fehlten. die 
Gesichtsknochen letztere wurden von mir noch an Ort und Stelle gefunden, 
li dass sich das Gesicht restauriren 
. S. Vom Unterkiefer war nur 
Och ein grösseres Bruchstück auf- 
’ufinden. 
lago müssig grosse Schüdel (Cap. 
an ) ist von gelblich grauer Farbe, 
oh der Zunge leicht klebend, von 
Vols Form. Die Sagittalnaht ist 
nap dig verwachsen, die Kronen- 
nah; fast vollständig, die Lambda- 
Stings thren oberen Theilen, voll- 
Kno 38 die Spheno-parietalnaht. Der 
"A ieR ist stark, die Muskelvor- 
ns Age stark entwickelt, Form | 
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