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Inhalt / Download : Zeitschrift für Ethnologie, 19.1887

(674) 
als Fig. 8 ein „Dribal“ oder „Drillbohrer“ von den Marshall-Inseln abgebildet. 
Ganz dasselbe Instrumeni, — in allen Theilen identisch, — benutzt ein Geschirr- 
flicker unseres Appenzellerlandes. Ich habe mich in der Anwendung desselben 
unterrichten lassen und muss gestehen, dass dieses sehr einfache Werkzeug sehr 
gut und bequem arbeitet, 
(4) Hr. Richard Andree in Leipzig übersendet nachstehende Mittheilung über 
Swinegel und Hase. 
Als Nachtrag und zur Vervollständigung des von mir in diesen Verhandlungen 
(1887, S. 340) Gesagten erlaube ich mir, noch folgende Angaben zu machen. Das 
Märchen ist in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (Grosse Aus- 
gabe Nr. 187) enthalten und zwar, wie in den Anmerkungen dazu (3. Auflage, 
Göttingen 1856, IH, 255) gesagt wird, nach mündlicher Ueberlieferung aus der Gegend 
von Osnabrück. Das hohe Alter dieses Thierm&rchens in Deutschland sei nicht zu 
bezweifeln, sagt Grimm, denn bereits in einem altdeutschen Gedicht des 13. Jahr- 
hunderts kämen die Grundzüge desselben vor, nur handele es hier zwischen Krebs 
und Fuchs, Nahe diesem steht ein wendisches Thiermärchen, wo der Frosch, 
indem er in den Schwanz des Fuchses springt, diesen besiegt. (Haupt u. Schmaler, 
Volkslieder der Wenden, II, 160.) Ferner gehört hierhin die Erzählung vom 
Fuchs und Krebs im Dorfe Krebsjauche bei Franfurt a. O. (Kuhn, Märkische 
Sagen, Nr. 226). 
Nahe verwandt sind auch die vielfach verbreiteten Märchen von der Königs- 
wahl der Vögel, die darauf hinauslaufen, dass der kleine schwache Zaunkönig den 
starken Adler im Wettfluge durch List besiegt (Grimms Kinder- und Hausmärchen 
Nr. 171). Auch dieses ist uralt, wie schon aus Plinius (H. N. 10, 74) hervorgeht: 
Dissident aquila et trochilus, si credimus, quoniam rex appellatur avium.  Ver- 
gleiche dazu Wolf's Zeitschrift für Deutsche Mythologie, I, S. 2, wo das Märchen 
aus einer hebräischen Sammlung des Rabbi Baradja Nikdani (13. Jahrhundert) 
übersetzt ist. Wie es heute noch in Irland umläuft, ersehe ich aus Folk-Lore- 
Record, Vol. IV, 108. Es steht da: The birds assembled to elect a King and it 
was arranged, that whichever went up highest should be King. The eagle soared 
aloft and when it hat returned to the ground claimed the title; but the wren 
said: No, begorraa, I was on your back, 
Jetzt finde ich, dass auch in Siam das Märchen bekannt ist, und wenn es dort 
vorkommt, so wird es jedenfalls noch weiter in Asien bekannt sein. Der Vogel 
Khruth will eine Schildkröte verzehren, welche am Ufer eines Teiches liegt. Die 
Schildkröte willigt ein, gegessen zu werden, unter der Bedingung, dass sie eine 
Schnelligkeitsprobe veranstalten, wobei der Vogel durch die Luft, die Schildkröte 
durch das Wasser das jenseitige Ufer erreichen soll. Die Schildkröte stellt nun 
am ganzen Teichufer ihre Freunde auf und nun giebt der Khruth das Zeichen zum 
Beginn des Wettlaufs Wo der Vogel sich auch niederlassen mag, überall findet 
er, dass die Schildkröte stets vor ihm da ist. Angelo de Gubernatis (Die 
Thiere in der indogermanischen Mythologie, Leipzig 1874, S. 622), bei dem ich 
dieses finde, sieht in diesem Märchen die Beziehung der Sonne zu den Mond- 
laufen. Der Vogel ist die Sonne, die Schildkröte wahrscheinlich der Mond. In 
diesen Irrgarten der vergleichenden Mythologie vermag ich nicht zu folgen; ich sehe 
nur die Uebereinstimmung des siamesischen Mirchens mit den früher von mir er- 
wähnten afrikanischen und südamerikanischen. 
Was letztere betrifft, so sind sie weiter verbreitet, als ich in meiner früheren
	        
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