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Full Text : Anthropos, 2.1907

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P.  Fr.  Müller,  S.  V.  D.,

kamen  und  sahen  ihn  und  fürchteten  sich.  Da  sagte  ein  Kind  zu  seiner
Mutter:  „Der  Sohn  des  Uwolowu  weiß  alles:  ruft  ihn,  er  wird  uns  sagen,
was  das  ist.“  Sie  gingen  zu  Uwolowu  und  sagten  es  ihm.  Aber  er  sagte,
er  habe  sein  Kind  geschickt,  um  Sonne  und  Mond  zu  kaufen.  Das  aber
hatte  auch  sein  Sohn  hinter  dem  Kehrichthaufen  gehört.  Uwolowu  wußte,
daß  es  sein  Sohn  war,  aber  er  wollte  nicht,  daß  die  Leute  sein  Kind  verlachten. ­
  Der  Sohn  des  Uwolowu  ging  nun,  um  Sonne  und  Mond  zu  kaufen
und  brachte  sie  zu  Uwolowu.  Uwolozvu  sagte  den  Leuten:  „Wirklich,  das
Kind  ist  weise.“  Das  sagte  er  aber  nur  so,  denn  jetzt  wußte  er,  daß  sein
Sohn  ihn  an  Weisheit  nicht  übertreffe,  und  deshalb  wollte  er  keinen  Streit
mit  ihm  machen.
Von  der  Zeit  an  ist  Sonne  und  Mond  in  der  Welt.  Wenn  der  Vater
etwas  dem  Kinde  sagt,  so  soll  es  so  tun  und  nicht  darüber  grübeln.

i)  U  w  o  l  ow  u's  N  a  c  ht.
Uwolowu  sagte  seinen  Kindern,  sie  sollten  den  Untergott  (esi-vodu  im
Ge)  verehren,  damit  sie  viel  Wild  erlegten.  Und  sie  taten  so  und  erlegten
viel  Wild  und  kochten  es.  Uwolowu  sagte  dann:  „Wenn  das  Fleisch  gar
ist,  so  sollt  ihr  es  nicht  essen.“  Er  sagte  so,  denn  er  wollte  es  so  haben,
und  er  sagte:  „Traget  es  unter  den  hohen  Seidenwollbaum.“  Er  sagte  so,
damit  die  Leute  wüßten,  er  habe  den  Untergott  geschaffen.  (Sinn:  Der
Untergott  hat  euch  das  Fleisch  gegeben,  ich,  der  ich  mächtiger  bin,  nehme
es  euch  wieder.  —  Erklärung  des  Gewährsmannes.)
Nachdem  sie  das  Fleisch  unter  dem  Baum  ausgeschüttet  hatten,  da
kam  eine  Larve  und  sagte:  „Ich  kann  an  dem  Fleisch  nicht  vorbei  gehen,
ich  muß  davon  essen.“  Wenn  sie  nun  davon  aß,  so  sank  der  Baum  in  den
Boden,  und  wenn  sie  aufhörte,  so  ragte  der  Baum  wieder  hoch  in  die  Höhe.
Als  sie  wieder  davon  aß,  kamen  die  Wurzeln  nach  oben  und  nahmen  Fleisch
und  Larve  mit  nach  oben.  Als  nun  die  Tiere  vorbeigingen,  bat  die  Larve
sie,  man  möge  den  Baum  fällen,  damit  sie  wieder  auf  die  Erde  herabkommen ­
  könne.  Da  kam  die  Zwergantilope,  und  die  Larve  sagte  zu  ihr:
„Fälle  für  mich  den  Baum.“  Aber  die  Zwergantilope  sagte  zu  ihr:  „Ich  kann
es  nicht,  mein  Leben  ist  bei  Uwolowu. 11  Es  kam  auch  das  Chamäleon,  und
die  Larve  sagte  zu  ihm:  „Klettere  herauf  zu  mir  und  hole  mich  herunter.“
Und  das  Chamäleon  kletterte  hinauf.  Als  die  Larve  den  scharfen  Rückenkamm ­
  des  Chamäleons  sah,  spottete  sie  und  fürchtete  sich  auch  und  sagte
zum  Chamäleon:  „Lasse  nur  davon  ab,  heraufzuklettern,  dein  Rücken  würde
mich  verwunden.“  Aber  das  Chamäleon  sagte:  „Steige  nur  auf  meinen
Rücken;  ich  werde  dich  nicht  schneiden.“  Als  sie  unten  angekommen
waren,  schüttete  die  Larve  heißes  Wasser  über  das  Chamäleon.
Daher  kommt  es,  daß  das  Chamäleon  seine  Farbe  wechselt,  wenn  es
ein  anderes  Ding  sieht.
Deshalb  klatsche  nicht  mit  dem  Handrücken  (=  spotte  nicht)  beim
Danken,  sondern  danke  mit  Handflächenklatschen  für  Wohltaten,  wie
sich  geziemt.
            
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