in Tibet
verwendet18.
Das Reitpferd ist von heller Farbe; sein Schweif wird von einem längli-
chen, reifartigen Durchzug in der Mitte zusammen gehalten. Dies könnte ein Hinweis darauf
sein, dass der Reiterkrieger sich auf einem Kriegszug
befindet19.
Das Pferd ist sehr kostbar ge-
zäumt;
Riemenzungen20und
Quasten, sowie
Phalerae21weisen
auf den hohen Rang des Krie-
gers hin. Der vordere
Sattelbogen22scheint
mit Metall beschlagen zu sein und ist mit Riefen
verziert. Deutlich zu erkennen ist, dass der Mann
Steigbügel23verwendet
und dunkle hohe
Stiefel24trägt.
Hinter der Kruppe des Pferdes sieht man drei Personen. Dabei handelt es sich um
einen bärtigen Mann mit einer dunklen Kappe, der hinter dem wehenden Schaltuch auftaucht,
welches der Reiterkrieger im Winkel des rechten Armes eingeklemmt hat. Dieser Mann trägt
eine knorrige
Holzkeule25über
der Schulter. Neben ihm, teilweise verdeckt vom Schweif des
Pferdes, steht ein in einen komplizierten Metallpanzer gekleideter Krieger. Sein Gesicht,
sowie der Hals- und Brustbereich waren auf dem Wandbild zerstört. In der angewinkelten
rechten Hand hält er eine Streitaxt mit halbmondförmiger
Schneide26.
Seinen Helm krönt ein
Schweif. Unter dieser Helmkappe schaut ein Tierohr hervor, weshalb es sich um einen Dämon
in schwerer Bewaffnung handeln könnte.
Vor diesem Dämon läuft ein in
Kaftan27,
langen weiten
Hosen28und
Lederschuhen geklei-
deter Mann mit schwarzer Kappe. Eine Hand hat er an den Gürtel gelegt, die andere Hand hält
ein Langschwert, das in der Scheide steckt. Zwischen den Läufen des Pferdes erkennt man
einen Windhund. Zur Rechten des Kopfes des Reiterkriegers, bzw. neben seinem Nimbus,
sieht man den Kopf eines weiteren Dämonen, der zum Teil kahlköpfig ist, teilweise aber auch
noch nach hinten wehende Haarbüschel hat. Er trägt eine Holzkeule, an der oben, ein wedelar-
tiger, halbmondförmiger Gegenstand angebracht ist: Es könnte sich dabei um einen Fächer
handeln. Vor dem Dämon läuft, nur noch schwer zu identifizieren, ein in schwere Metallrü-
stung gekleideter, weiterer Fußkrieger.
Zu dem Reiterkrieger schauen zwei in wallende, fußlange Gewänder gekleidete Damen
empor; eine von ihnen streckt eine Hand grußartig dem Reiterkrieger entgegen. Ihre nach oben
aufgesteckten Haare sind mit Diademen geschmückt. Ohrringe zieren die Ohrläppchen dieser
Damen, die möglicherweise Uighurinnen sind. Oberhalb der beiden Damen schwebt eine in
einer Wolke stampfende, bzw. tanzende Gestalt. Dieses Wandgemälde aus Bäzäklik gehört zu
den Malereien, die im uighurischen Königreich von Qoco in Bäzäklik bei Murtuq bzw. Turfan
ausgeführt
wurden29.
Lit.:Grünwedel 1912: 238; 240, Fig. 513.
18La Rocca 1999: 113–144.
19Von Gabain 1973: 47–48.
20Jäger 2006c: 34–48.
21Jäger 2006c: 64–70.
22Jäger 2006c: 54–78.
23Jäger 2006c: 70–78.
24Jäger 2006c: 22–26.
25Jäger 2006c: 128–129.
26Jäger 2006c: 124–127.
27Jäger 2006c: 30–34.
28Jäger 2006c: 26–30.
29Von Gabain 1987. 220