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Objekt: Münchner Beiträge zur Völkerkunde, 14.2010/2011

in Tibet 
verwendet18. 
Das Reitpferd ist von heller Farbe; sein Schweif wird von einem längli- 
chen, reifartigen Durchzug in der Mitte zusammen gehalten. Dies könnte ein Hinweis darauf 
sein, dass der Reiterkrieger sich auf einem Kriegszug 
befindet19. 
Das Pferd ist sehr kostbar ge- 
zäumt; 
Riemenzungen20und 
Quasten, sowie 
Phalerae21weisen 
auf den hohen Rang des Krie- 
gers hin. Der vordere 
Sattelbogen22scheint 
mit Metall beschlagen zu sein und ist mit Riefen 
verziert. Deutlich zu erkennen ist, dass der Mann 
Steigbügel23verwendet 
und dunkle hohe 
Stiefel24trägt. 
Hinter der Kruppe des Pferdes sieht man drei Personen. Dabei handelt es sich um 
einen bärtigen Mann mit einer dunklen Kappe, der hinter dem wehenden Schaltuch auftaucht, 
welches der Reiterkrieger im Winkel des rechten Armes eingeklemmt hat. Dieser Mann trägt 
eine knorrige 
Holzkeule25über 
der Schulter. Neben ihm, teilweise verdeckt vom Schweif des 
Pferdes, steht ein in einen komplizierten Metallpanzer gekleideter Krieger. Sein Gesicht, 
sowie der Hals- und Brustbereich waren auf dem Wandbild zerstört. In der angewinkelten 
rechten Hand hält er eine Streitaxt mit halbmondförmiger 
Schneide26. 
Seinen Helm krönt ein 
Schweif. Unter dieser Helmkappe schaut ein Tierohr hervor, weshalb es sich um einen Dämon 
in schwerer Bewaffnung handeln könnte. 
Vor diesem Dämon läuft ein in 
Kaftan27, 
langen weiten 
Hosen28und 
Lederschuhen geklei- 
deter Mann mit schwarzer Kappe. Eine Hand hat er an den Gürtel gelegt, die andere Hand hält 
ein Langschwert, das in der Scheide steckt. Zwischen den Läufen des Pferdes erkennt man 
einen Windhund. Zur Rechten des Kopfes des Reiterkriegers, bzw. neben seinem Nimbus, 
sieht man den Kopf eines weiteren Dämonen, der zum Teil kahlköpfig ist, teilweise aber auch 
noch nach hinten wehende Haarbüschel hat. Er trägt eine Holzkeule, an der oben, ein wedelar- 
tiger, halbmondförmiger Gegenstand angebracht ist: Es könnte sich dabei um einen Fächer 
handeln. Vor dem Dämon läuft, nur noch schwer zu identifizieren, ein in schwere Metallrü- 
stung gekleideter, weiterer Fußkrieger. 
Zu dem Reiterkrieger schauen zwei in wallende, fußlange Gewänder gekleidete Damen 
empor; eine von ihnen streckt eine Hand grußartig dem Reiterkrieger entgegen. Ihre nach oben 
aufgesteckten Haare sind mit Diademen geschmückt. Ohrringe zieren die Ohrläppchen dieser 
Damen, die möglicherweise Uighurinnen sind. Oberhalb der beiden Damen schwebt eine in 
einer Wolke stampfende, bzw. tanzende Gestalt. Dieses Wandgemälde aus Bäzäklik gehört zu 
den Malereien, die im uighurischen Königreich von Qoco in Bäzäklik bei Murtuq bzw. Turfan 
ausgeführt 
wurden29. 
Lit.:Grünwedel 1912: 238; 240, Fig. 513. 
18La Rocca 1999: 113–144. 
19Von Gabain 1973: 47–48. 
20Jäger 2006c: 34–48. 
21Jäger 2006c: 64–70. 
22Jäger 2006c: 54–78. 
23Jäger 2006c: 70–78. 
24Jäger 2006c: 22–26. 
25Jäger 2006c: 128–129. 
26Jäger 2006c: 124–127. 
27Jäger 2006c: 30–34. 
28Jäger 2006c: 26–30. 
29Von Gabain 1987. 220
	        
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