Digitalisate

Hier finden Sie digitalisierte Ausgaben ethnologischer Zeitschriften und Monografien. Informationen zum Digitalisierungsprojekt finden Sie [hier].

Suchen in

fullscreen: Band: Im dunkelsten Afrika, 1. Band

4. Juli 1887.] 
Nach den Panga - Fällen. 
141 
rundherum sehr wenig einladend war, mußten wir durch die zu 
nehmende Dunkelheit rascher vorwärts dringen. Als der Regen zu 
fallen begann, fingen wir mit dem Bau des Lagers an. 
Die Zelte wurden schleunigst über dem niedrigen Buschwerk auf 
geschlagen, die Haumesser krachten und die Aexte klangen, um einen Raum 
für das Lager zu lichten. Der Regen war kalt und fiel in schweren 
Tropfen, die so groß wie Thalerstücke auf die in Baumwollenstoffe ge- 
gekleideten Männer fiel und sie erschauern ließen. Ueber uns rollte 
der Donner und der Blitz warf grellen Feuerschein durch die Dunkel 
heit, in der bis um 9 Uhr die müde, hungerige Karavane.ins Lager 
wankte. Der Regen war so heftig, daß wir die Feuer nicht anzünden 
konnten, und noch um 3 Uhr morgens saßen wir zusammengekauert 
und uns aneinander drückend inmitten der kalten, feuchten, dampfenden 
Ausdünstungen und des feinen Sprühregens. Dann erst wurden die 
Feuer angezündet, worauf die Leute um die Dutzende von Flammen 
pyramiden saßen, um sich in eine fröhlichere Stimmung hinein zu 
wärmen, bittere Maniokwurzeln zu rösten und die nagenden Schmerzen 
des Magens zu stillen. 
Am 4. Juli hielten wir uns in der Richtung Nord zu 
Ost, und nach einer Stunde hörten wir in der Ferne Eingeborene 
im Chor singen. Wir sandten sofort Kundschafter aus, um zu er 
fahren, was das zu bedeuten habe, und vernahmen gleich darauf 
Schießen, welches näher zu kommen schien. Ich musterte die nächste 
Compagnie, ließ die Waaren aufstapeln und sandte die Leute als 
Plänkler aus. Dann trafen Boten ein mit der Meldung, die 
Kundschafter hätten den Fluß erreicht, auf welchem ein Kanoe heran 
gekommen sei, dessen Insassen die Bogen gespannt gehabt und 
die bereits aufgelegten Pfeile sofort auf die Kundschafter abgeschossen 
hätten, sodaß sie gezwungen gewesen seien, Feuer zu geben. Darauf 
setzten wir den Marsch fort und befanden uns um 8 Uhr morgens 
wieder am Flusse, gerade noch früh genug, um eine Anzahl von 
Eingeborenenkanoes um eine Biegung am jenseitigen Ufer verschwinden 
zu sehen. Ein verlassenes Kanoe, welches am Lande festgebunden war, 
enthielt eine Ziege. 
Da ich bemerkte, daß der Fluß ruhig und frei von Strom 
schnellen war, und den Leuten so viel Arbeit zu ersparen wünschte, als 
die Verhältnisse gestatteten, ließ ich die Abtheilungen des Stahl 
bootes ans Ufer bringen, wo Herr Jephson, dessen Compagnie mit 
der speciellen Aufsicht über den „Advance" betraut war, mit dem
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.