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Volltext: Globus, 65.1894

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Joachim von Brenners Reise durch die Batakländer. 
gelang, einen 13m langen Einbaum zur Fahrt über den 
See zu mieten, der, mit 26 batakischen Ruderern be 
mannt, die Reisenden zunächst nach der Insel brachte. 
Hier herrschten die unsichersten Verhältnisse, so dafs 
die Einwohner von einem Tag auf den andern ihrer 
Freiheit und ihres Lebens nicht sicher waren. Krieg, 
See- und Menschenraub waren an der Tagesordnung. 
In Ambarita, auf der Toba-Insel, wurde das Herz der 
geheimnisvollen Bataklande betreten. Der Ort, dessen 
Wall mit Stein und mit dichtem Bambus umkleidet war, 
Iv ar o-Batak-Männer. 
zeigte die charakteristischen batakschen Giebelhäuser. 
Der Empfang war ein feindlicher und Herr v. Brenner 
hatte das Gefühl, sich in einer Räuberhöhle zu befinden, 
in welcher er nur geduldet wurde, um ausgenutzt zu 
werden. Aber es sollte noch schlimmer kommen. In 
dem Orte Sontong auf der Insel ruderte sein Fahrzeug 
davon, während er am Lande war und nur durch ein 
Wunder entging er dem Ermorden und Auffressen. Es 
ist eine lange und spannende Geschichte, die uns hier 
erzählt wird; sie endigt aber damit, dafs es dem Reisenden 
gelang, seine Fahrt über den See fortsetzen und am 
21. April Laguboti auf holländischem Gebiete erreichen 
zu können. 
Diese hier kurz skizzierte Reise hat nun das vortreff 
liche Material zu dem vorliegenden Werke geliefert, 
dessen zusammenfassende Kapitel die Geographie und 
Ethnographie der Bataklande behandeln. 
Die heute noch von den Niederländern unabhängigen 
Bataklande liegen zwischen 98° und 99° 35' östl. Länge 
und 2° und 3° 25' nördl. Breite. Ihr Flächeninhalt läfst 
sich nicht genau feststellen, dürfte aber wohl 6000 qkm 
nicht viel überschreiten. Die Einwohnerzahl hat Herr 
v. Brenner auf 262000 berechnet, wonach auf 1 qkm 
ungefähr 42 Einwohner entfallen. Die im einzelnen 
nicht genau festzustellenden Grenzen sind vielfach durch 
mächtige, wilde Gebirgszüge bezeichnet, die das Land 
wie eine mächtige Festungsmauer umgeben und von der 
Aufsenwelt abschliefsen. Aus ihnen ragen einzelne 
stolze Kuppen empor, unter welchen in der Nordkette 
der Baros mit 1950 m die höchste ist. Die Pässe dieses 
Gebirges sind eigentlich nur unwegsame Schluchten. 
Das Land selbst bildet eine Hochebene, dessen Durch 
schnittsniveau 1250m beträgt; es zeichnet sich durch 
ausgesprochenen vulkanischen Charakter aus, indem 
häufig Hügel und Berge vereinzelt aus der Ebene auf 
wachsen und schon durch ihre Gestalt verraten, dafs sie 
vrdkanischer Natur sind. Am deutlichsten spricht sich 
dieses in der Karo-Ebene, nördlich vom Tobasee, aus, 
wo rauchende Vulkane (Si Nabung 2417 m) sich erheben; 
im Westen, nach dem Pak-Pak-Lande zu, erhebt sich 
der erloschene Vulkan Longsuaten bis 2500 m, umgeben 
von zahlreichen Trabanten. 
In hydrographischer Beziehung läfst sich das 
bataksche Hochland in drei Teile gliedern, die sich nörd 
lich, östlich und westlich in Fächerform um den Tobasee 
gruppieren. Das wichtigste Flufssystem, jenes des Lau 
Biang oder Hundeflusses, liegt im Norden; auf 39 km 
Länge durchströmt er die Karo-Ebene, um dann das 
Alasgebirge zu durchbrechen und nach einem mächtigen 
Sturz durch Langkat ziehend sich in die Strafse von 
Eine Dusun-Batak-Frau. 
Malakka zu ergiefsen. Unter den Seen nimmt der be 
rühmte Tobasee die erste Stelle ein. Sein Wasserspiegel 
liegt 780m über dem Meere; er zeichnet sich durch 
häufigen, mit einer gewissen Regelmäfsigkeit auftretenden 
Wechsel seiner Färbung aus, welche von Beleuchtung 
und Bewegung der Seeoberfläche abhängig ist. Des
	        
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