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Teilen der Sammlung und seine .Herkunft darf einstweilen noch als un-
Sicher gelten, solange nicht gleiche Gefässe in der Gegend von Xanten
Unter zuverlássigen Fundumstánden gefunden sind. Fig. (7 erinnert durch
die Verwendung breiter Furchen als Begrenzung feingefurchter Dreiecke an
die in Posen und Schlesien häufiger vorkommende Verzierungsweise. |
„" Im Hinblick auf die obenerwähnte Analogie mit den sogenannten
Zwillings- und Drillings- Gefássen dürfte die Annahme wohl nicht un-
Sereehtfertigt sein, dass auch diese Gefüsse ceremoniellen Zwecken ge-
dient haben.
Fig. 79 stellt ein napfformiges Gefiss mit etwas erhöhtem Fuss dar.
Es kommen aber auch dem ähnliche ohne Fuss vor, welche dann im
Sanzen flacher geformt sind.
, Einen eigentümliechen Apparat stellt Fig. 80 vor. Er besteht, so wie er
hier aufgestellt ist, aus zwei zueinander gehörigen Stücken: einem flachen,
tellerfórmigen Untersatz und dem eigentlichen Hauptteil. Letzterer ist hohl
"nd hat einen hohen, nach oben sich verjüngenden, von rundlichen Öffnungen
durchbrochenen Fuss und einen schalenartigen, oberen Teil, welcher auf
Semem oberen Rande mit einigen paarweise gestellten, zipfelförmigen
Ansätzen versehen ist. Gewöhnlich werden diese Apparate als Räucher-
Sefässe bezeichnet. Sie mögen auch zu ähnlichen Zwecken verwendet
Worden sein, mussten dabei aber noch ein besonderes Gefáss zur Aufnahme
der Ráuchersubstanz haben. Man darf wohl annehmen, dass in die schalen-
sigo Erweiterung des Apparates Kohlen getan wurden, und der teller-
Örmige Untersatz zur Aufnahme der Asche diente. Auf die zipfelfórmügen
size wurde eine Schale mit der Räuchersubstanz gestellt und die An-
Site dienten dazu, der unten durch die fensterartigen Öffnungen ein-
c enden Luft einen ungehinderten Abzug zu gestatten, also zur Venti-
"Jon und Verbreitung der Wärme an der daraufgestellten Räucherschale.
br, Ahnliche Apparate brachte vor Jahren der Afrika- Reisende Hilde-
B andt von der Somaliküste mit (s. Zeitschr. f. Ethnologie, Verhandl. d.
®rl. anthropol. Ges., Bd. V, 8. 166).
Allgemeine Betrachtungen.
The Die keramischen Stilarten, welche ich hier einer eingehenderen, das
sind aber bei weitem nicht erschôpfenden Betrachtung unterzogen habe,
kon Schon vielfach behandelt worden, was sich daraus erklärt, dass ihr Vor-
» lmen, zumeist in der norddeutschen Ebene, ungemein weit verbreitet
ein dass die Bodenart, in der sie meistens gefunden werden, gewöhnlich
TRAMA leichter Sand- oder Humusboden ist, der bei Ausgrabungen keine
ray Seiten verursacht, und dass deshalb von Berufenen wie Unberufenen
Sache Ausgrabungen vorgenommen werden, nicht immer zum Nutzen der
Teil ©. Viele Begräbnisplätze sind auf diese Weise angegraben und zum
hay, Peradezu verwüstet worden. Systematische, fachmännische Ausgrabungen
dey a leider verhältnismässig nur wenige stattgefunden und so ist die Zahl
Sucht Täberfelder, welche planmässig in ihrer ganzen Ausdehnung unter-
belt, Worden sind, ausserordentlich klein. Dazu kommt noch der äusserst
Senswerte Umstand, dass man es in früherer Zeit verschmähte, die