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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 35.1903

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Teilen der Sammlung und seine .Herkunft darf einstweilen noch als un- 
Sicher gelten, solange nicht gleiche Gefässe in der Gegend von Xanten 
Unter zuverlássigen Fundumstánden gefunden sind. Fig. (7 erinnert durch 
die Verwendung breiter Furchen als Begrenzung feingefurchter Dreiecke an 
die in Posen und Schlesien häufiger vorkommende Verzierungsweise. | 
„" Im Hinblick auf die obenerwähnte Analogie mit den sogenannten 
Zwillings- und Drillings- Gefássen dürfte die Annahme wohl nicht un- 
Sereehtfertigt sein, dass auch diese Gefüsse ceremoniellen Zwecken ge- 
dient haben. 
Fig. 79 stellt ein napfformiges Gefiss mit etwas erhöhtem Fuss dar. 
Es kommen aber auch dem ähnliche ohne Fuss vor, welche dann im 
Sanzen flacher geformt sind. 
, Einen eigentümliechen Apparat stellt Fig. 80 vor. Er besteht, so wie er 
hier aufgestellt ist, aus zwei zueinander gehörigen Stücken: einem flachen, 
tellerfórmigen Untersatz und dem eigentlichen Hauptteil. Letzterer ist hohl 
"nd hat einen hohen, nach oben sich verjüngenden, von rundlichen Öffnungen 
durchbrochenen Fuss und einen schalenartigen, oberen Teil, welcher auf 
Semem oberen Rande mit einigen paarweise gestellten, zipfelförmigen 
Ansätzen versehen ist. Gewöhnlich werden diese Apparate als Räucher- 
Sefässe bezeichnet. Sie mögen auch zu ähnlichen Zwecken verwendet 
Worden sein, mussten dabei aber noch ein besonderes Gefáss zur Aufnahme 
der Ráuchersubstanz haben. Man darf wohl annehmen, dass in die schalen- 
sigo Erweiterung des Apparates Kohlen getan wurden, und der teller- 
Örmige Untersatz zur Aufnahme der Asche diente. Auf die zipfelfórmügen 
size wurde eine Schale mit der Räuchersubstanz gestellt und die An- 
Site dienten dazu, der unten durch die fensterartigen Öffnungen ein- 
c enden Luft einen ungehinderten Abzug zu gestatten, also zur Venti- 
"Jon und Verbreitung der Wärme an der daraufgestellten Räucherschale. 
br, Ahnliche Apparate brachte vor Jahren der Afrika- Reisende Hilde- 
B andt von der Somaliküste mit (s. Zeitschr. f. Ethnologie, Verhandl. d. 
®rl. anthropol. Ges., Bd. V, 8. 166). 
Allgemeine Betrachtungen. 
The Die keramischen Stilarten, welche ich hier einer eingehenderen, das 
sind aber bei weitem nicht erschôpfenden Betrachtung unterzogen habe, 
kon Schon vielfach behandelt worden, was sich daraus erklärt, dass ihr Vor- 
» lmen, zumeist in der norddeutschen Ebene, ungemein weit verbreitet 
ein dass die Bodenart, in der sie meistens gefunden werden, gewöhnlich 
TRAMA leichter Sand- oder Humusboden ist, der bei Ausgrabungen keine 
ray Seiten verursacht, und dass deshalb von Berufenen wie Unberufenen 
Sache Ausgrabungen vorgenommen werden, nicht immer zum Nutzen der 
Teil ©. Viele Begräbnisplätze sind auf diese Weise angegraben und zum 
hay, Peradezu verwüstet worden. Systematische, fachmännische Ausgrabungen 
dey a leider verhältnismässig nur wenige stattgefunden und so ist die Zahl 
Sucht Täberfelder, welche planmässig in ihrer ganzen Ausdehnung unter- 
belt, Worden sind, ausserordentlich klein. Dazu kommt noch der äusserst 
Senswerte Umstand, dass man es in früherer Zeit verschmähte, die
	        
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