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Dr . S . Weissenberg : Beiträge zur Volkskunde der Juden .
Myt dane Hentelech ymsyst ,
Der Takt bot ba dir ken Wert ,
In myt die Fingerlech Oif die Klingeriech Piano yn Konzert .
Di west oifstein vyn dan Wieg ,
Host di Arbet genig Far dir ungegreit azynd :
Styken Schichelech ,
Leienen Bichelech , —
Schluf derwal man Kynd .
As s’wet weren a roit Fleckele Oif dan Bekele ,
Wet men Wyssen dan Mein .
Di west a kik tun vyn der Sat
Stein inge Lat
Rach gekleit yn schein .
Dech wein lieben ,
Presenten gieben ,
Sollst di sugen nein .
Die Eltern solln leibn ,
Yn Nadn ( Mitgift ) geibn Toisenter assach ( viel ) .
Sech kischn in Malechl
Cliusn ( Bräutigam ) myt der Kalechl ( Braut ) — Mir welln sech frein glach myt ach .
Di west gein a Kleid
Myt Schljares ( volants ) baneit ,
Di west sech drein aber yn ahin .
Yn vyn dan Wyndele ,
Man klein Kyndele ,
Wet wern a Karnolin .
Di west tanzen yn Sal Af dem gepytzten Pol ( Boden ) ,
Di west unmachen a Wynd .
Demelst , Tamynju ( Süfse ) ,
West di heissn damynju , —
Schluf derwal gesynt .
Di west zy der Chype gein Ungetin schein ,
Demelst west di wern rein vyn Synd .
Di west sytzen bam Tysch ,
Di west essn gefylte Fysch ,
Schluf derwal man Kynd .
Di west hubn a kleins A fans yn a Scheins ,
Di west’s lieben , wie ich lieb dech azynd .
Di west ihm oiskischen eider Glydele ,
West ihm singen dus Liedele , —
Schluf sech ois gesynt .
( Tschudnowo , Gouv . Kiew . )
3 .
A a ljuli ,
Der Tate ( Vater ) lieifst Issruli ,
Die Marne heifst Mali ,
Dus K^’nd wyll a Ljali ( Spielzeug ) .
( Elisabethgrad . )
4 .
Gott , Gott , gieb a Reigen Vyn die kleine Kynders weigen ,
Nyt ken ssach ( viel ) , nyt ken bysl ,
Nur a vyle Schysl . ( Elisabethgrad . )
Dus Harz ys mir freilech .
Freilech wein mir san ,
Treinken wein mir Wan ,
Wan wein mir treinken ,
Zy Gott wein mir winken .
Fyschelech yn Wasser ,
Krepelech ( Milchspeise ) yn Pytter ,
Wusser a Meidel ( Bücher = Jüngling ) ,
S’wet wech lieb hüben ,
Wel ich ihr ( ihm ) gibn a Styk Zyker ;
Wusser a Meidel ( Bücher ) ,
S’wet mech fant hüben ,
A Bich ( Teufel ) yn ihr ( san ) Vuter yn Mytter .
( Tschigirin . )
8 .
As ich byn gewein a kleininke ,
Byn ich gewein a sclieininke .
As me hot mech ungehoiben chassenemachen ( verheiraten ) , Hot men ungehoiben spotten yn lachen .
Wus ys dus Spotten yn wus ys dus Lachen ?
Die Kaie ( Braut ) konn ken Kigel ( süfse Sabbathspeise ) nyt machen .
As sie hot schoin dem Kigel gur git gemacht ,
Vyn Myttwoch ynderfri bys Frateg farnacht ,
As s’ys gekymen Frateg zynachtz zy essn ,
Hot sie die Fysch ynter dem Prypetschek ( Herd ) vargessn , S’jrs gekymen Schabbes 3mderfri zy essn ,
Hot sie dem Kigel vargessn .
Hot er genehmen dem heiligen Stecken ,
Yn hot ihr ungehoiben zy decken .
Er hot sie vartryben oif vier Wochen ,
Hot er nyt gehat , wer s’soll ihm a Kulisch ( Grütze ) upkochen . Hot er ungehoiben myt die Schcheinem ( Nachbar ) studieren , As me soll ihm breingen di Schlimesalneze ( Schlampe ) zyfihren .
As me hot ihm die Schlimesalneze yn Stib arangebracht , Hot er alle Tiren oifgemacht .
„ Kym aber man Wab , man taire Neschume ( Seele ) ,
Ich wel dir koifen a scheine Matune ( Geschenk ) ;
Ti un man Wab die alte Schkrabes ( Schuh ) .
Gei yn koif an oif Schabbes ;
Loif man Wab yn Mykive ( Reinigungsbad ) gich yn ge - schwynd ,
Yn ich wel san ba dem pyzele ( klein ) Kynd . “
— „ Di sollst asoi buben man Mann die lechtj’ge Welt , Wie ich hob afyle ( sogar ) a Kopeke Gelt“ — .
„ S’soll dir san man Wab asa groisse Sybe ( Unglück ) , Wussere nan Petakes ( 1% Kopeken ) s’lygen af der Rybe ( Ofen ) . “ ( Elisabethgrad . )
9 .
„ Moische rabyni ( unser Lehrer ) vyn der ganzer Welt , Warf mir arup a Säckele Gelt ! “
— „ Wus west di tin myt’n Säckele Gelt ? “
„ Ich wel fihren Ziegelech . “
— „ Wus mest di tin myt die Ziegelech ? “
„ Ich wel bowen a Schilechl ( Synagoge ) ,
In gein dawynen ( beten ) mynche - maryw ( Abendgebet ) . Gei ich a byssele water ,
Trugt die Kih an Ater ;
Die Kih wyl mech schlugen ,
Gei ich zym Puretz ( Herr ) klugen ;
Bam Puretz ys du a Hyntele ,
Yn lost mech nyt aran . “3 ) . ( Tschudnowo . )
Die Tscherede ( Viehherde ) geit ,
Dus Beinkele steit ,
Der Rebe ( Lehrer ) schmast ,
Der Tuches ( Hinterer ) bast . ( Elisabethgrad . )
6 . .
Ziegele , Miegele , Kotana ( ? )
Roite Pomeranzen ,
As der Tate schlugt die Marne ,
Gein die Kynder tanzen .
Yn as der Tate fuhrt awek ,
Lygt die Marne yntern Bett ,
Yn as der Tate kymt zifubren ,
Is die Marne a K3rmpeturen ( Wöchnerin ) .
( Tschigirin , Gouv . Kiew . )
7 .
Afn lioichen Barg ,
Yn afn grinem Grus ,
Stein a Pur Datschen ,
Myt die lange Batschen ( Knute ) .
Hoiche Mannen sanen sei ,
Kerze Kleider trugen sei .
Uwini meilech ( unser Vater und König ) ,
104 ) .
Gott vyn Awrum , vyn Itzchok yn vyn Jankew ,
Behit dan lieb Volk Isruel yn dauern Loib ,
As der lieber heiliger Schabbes koidesch ( heilig ) geit awek . Die Woch soll yns kymen zy Gesynt yn zy Leiben ,
Yn zy Masel ( Glück ) , yn zy Bruche ( Segen ) , yn zy Atzluche ( Gelingen ) ,
Yn zy Oisclier ( Reichtum ) , yn zy Kuwed ( Ehre ) , yn zy Chein ( Gefallen ) , yn zy Chessed ( Gnade ) ,
Yn zy Psires toiives ( gute Nachrichten ) , zy Jeschies ( Hülfe ) , yn zy Nechumes ( Trost ) ,
Yn zy Moichel awoines ( Sündenvergebung ) , yn zy allem giten Gewynn . Umein .
Alles Gits yn ynser Hois ,
Alles Beis vyn ynser Hois .
Riboinescheloilem ( Herr der Welt ) sollst yns bentsclien ( segnen ) , Mir solln nyt dafn zy ken Menschen . ( Elisabethgrad . )
3 ) Der Sinn ist mir nicht ganz klar ; es scheint sich um Reinhaltung des Judentums zu handeln . Für Erklärung würde ich sehr dankbar sein .
4 ) Wird am Sabbathausgang von den Frauen gesprochen .