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Volltext: Globus, 79.1901

F. Mewius: Deutsche Nutzbarmachungen auf der Bäreninsel. 
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gründe in den zwischen Norwegen und Spitzbergen 
liegenden Meeresteilen voraussetzt, würde die Bären 
insel einen guten Stützpunkt für einen etwaigen Fische 
rei- und Walfischfangbetrieb abgeben. 
Die im Jahre 1899 ausgesandte und mit drei Schiffen 
ausgerüstete Expedition des Deutschen Seefischereivereins 
hatte für ihre Station die unmittelbar am Nordhafen be- 
legene kleine Bucht gewählt, die den Namen Herwigs 
hafen erhielt. Hier wurde ein groises, festes Block 
haus von 20 m Länge aufgestellt und in der Nähe die 
Walstation errichtet, die alle die nötigen Einrichtungen 
enthielt, wie sie heutzutage für die gehörige Ausnutzung 
des Weltmeeres zur Anwendung kommen. Wie lohnend 
der Walfischfang im Norden von Finmarken ist, zeigt 
der Betrieb"der norwegischen Walfischfänger und die in 
Verbindung'damit entstandene Industrie, die selbst die 
Eingeweide nutzbar zu machen versteht, eine Entwicke 
lung, die man dem verstorbenen Schiffsreeder Svend 
Foyn dankt, dessen Methode, die Wale mittels der von 
Bergleuten und sonstigem Personal an der Expedition 
teilgenommen. 
Von beiden Expeditionen liegen ausführliche Berichte 
vor 1 ), die einen vortrefflichen Überblick über die Ver 
hältnisse der Bäreninsel liefern und auch einen Anhalt 
dafür geben, welche Bedeutung sie für Schiffahrtszwecke 
haben könnte. In dieser Beziehung ist sie indessen 
schlecht gestellt, und man kann es gut verstehen, wenn 
die norwegischen Fangschiffer, die in diesen Teilen des 
Eismeeres kreuzen oder nach Spitzbergen fahren, nur 
höchst selten die Bäreninsel anlaufen, um so mehr, als 
hier von dem Überfluls an Walrossen, die hier in frühe 
ren Jahrhunderten und zum Teil auch noch in der ersten 
Hälfte des letzten Jahrhunderts zu finden waren, keine 
Spur mehr vorhanden ist. 
Die Küste besteht überall aus steilen Felswänden 
und zeigt in phantastischen Bildungen die zerstörende 
Arbeit des Meeres. Selbst in solchen Buchten, wo ein 
I schmaler, vielleicht 10 bis 30 m breiter sandiger Vor- 
Fester 
Schiefer. 
Kohlenflöz, 
1,32 m 
mächtig. 
W eicher 
Schiefer. 
Das zu Tage tretende Kohlenflöz 
ihm konstruierten Granatharpune zu erlegen, überhaupt 
erst die Jagd auf Finmarkwale möglich gemacht hat, 
da diesen äulserst starken und in ihren Bewegungen 
blitzschnellen Tieren mit der alten Fangmethode nicht 
beizukommen war. 
Der von der deutschen Expedition ausgeführte Ver 
suchsfang und -betrieb hatte gleichfalls gezeigt, dals 
sich unsere Seefischerei diesem Erwerbszweige mit Aus 
sicht auf Erfolg zuwenden kann, und dieses Ergebnis 
veranlagte den Deutschen Seefischereiverein, im Sommer 
1900 nochmals eine Expedition zur Bäreninsel zu senden, 
um die bisherigen Untersuchungen zu ergänzen. Die 
Expedition, unter der Leitung des Prof. Dr. Henking 
(Hannover) stehend, war mit dem Fischereidampfer 
„St. Johann“, Kapitän J. Meiners, ausgerüstet und um 
faßte 24 Personen, worunter sich Regierungsbaumeister 
O. Hagen aus Berlin befand, dem das Studium der 
Hafenverhältnisse oblag. Aulserdem hatte laut Über 
einkommen mit dem Deutschen Seefischereiverein ein 
Vertreter der Bäreninsel-Gesellschaft, der jetzigen Be 
sitzerin des 1899 von Th. Lerner in Beschlag genomme 
nen Gebietes und der darauf errichteten Anlagen, mit 
südlich des englischen Flusses. 1900. 
strand eine Landung mit einem Boot möglich macht, 
tritt hinter dem Vorstrand die 40 bis 50 m hohe Fels 
wand auf. Derartige Verhältnisse zeigt z. B. auch der 
Südhafen, der früher fast immer als bester Hafen der 
Insel bezeichnet wurde, soweit überhaupt die Bezeich 
nung „Hafen“ am Platze ist. Denn es handelt sich bei 
der Bäreninsel durchweg nur um offene Buchten, die 
den hier vor Anker gehenden Schiffen gegen schlechtes 
Wetter nicht den mindesten Schutz gewähren. Auch 
beim Herwigshafen ist dies der Fall, doch befindet sich 
hier wenigstens ein breiter Strand, so da£s der Platz 
wohl die beste Hafengelegenheit der Insel bildet. Um 
den Herwigshafen aber zu einem sicheren Aufenthalts 
orte für Wal- und Fischdampfer zu machen, wäre die 
Herstellung eines Wellenbrechers erforderlich, eine Mals 
regel indessen, die unter den obwaltenden Umständen 
bedeutende Kosten verursacht. 
Man versteht daher, welche Schwierigkeiten und Aus 
gaben es verursachen mufs, eine Kohlen aus fuhr ins 
0 Mitteilungen des Deutschen Seefischereivereins, Januar 
1900 und Februar 1901, W. Moesers Buchhandlung, Berlin.
	        
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