Brix Förster: Deutsch-Ostafrika 1899/1900.
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Bethe und Dr. Kandt 1898, Grogan 1898/99 und Moore
und Fergusson 1899/1900. Keiner von diesen jedoch
entschleierte die Regionen, welche zwischen den Vulkanen
und dem Kageraknie (bei Rutue) liegen und keiner konnte
daher ein Gesamtbild des Terrains zwischen dem Kivu
und dem mittleren Kagera entwerfen. Wir besitzen
wohl jetzt einen ausführlichen und ausgezeichneten Be
richt von Dr. Kandts Forschungsthätigkeit in der Um
gebung des Kivu, in Danckelmans Mitteilungen von
1900, doch da seine kartographischen Arbeiten noch
nicht eingetroffen sind, herrscht noch über manche geo
graphische Einzelheiten eine gewisse Unklarheit und
Unsicherheit. Infolge dessen gewinnt v. Berings Dar
stellung und seine sorgfältig gezeichnete Kartenskizze
ein erhöhtes Interesse. Uber die Ergebnisse seiner
Reisen brachte bereits Nr. 12 des „Globus“ (von 1901)
eine umfassende Übersicht. Nur mit ein paar mir er
wähnenswert erscheinenden Thatsachen möchte ich sie
ergänzen.
Die acht Kirungavulkane liegen südlich vom und
parallel zum 1. Grad südl. Br. neben- und zum Teil
auch hintereinander, ungefähr zwischen 29° 30' und
30° östl. L. Gr. und bilden zwei scharf voneinander
getrennte ungleiche Gebirgsgruppen; zu der westlichen
gehören der Namlagira und der Gongo, welchen Graf
v. Götzen bestiegen; zu der östlichen der Karissimbi
(der mächtigste von allen) mit dem Wissoko, der Ki-
wumbu, der dreigezackte Sobinjo und der fälschlich
Ufumbiro genannte Muhawura mit dem Mgahinga. Die
Landschaft Mpororo reicht um einen halben Breitegrad
weiter nach Süden, als bisher bekannt war; der gebirgige
Teil derselben (1600 bis 1800 m) ist bis zu den höchsten
Kuppen hinauf bewohnt und mit Bananen, Bataten,
Mais und Ilülsenfrüchten bebaut. In den riesigen Ur
wäldern auf der nördlichen Abdachung gegen den Albert-
Eduard -Nyansa hin traf v. Beringe mit Eingeborenen
zusammen, welche ihm von einer außerordentlich men
schenähnlichen Affenart Wunderdinge erzählten. Zu
Gesicht bekam er sie zwar nicht, aber sie existiert in
Wirklichkeit. Denn Grogan begegnete ihr in genau
derselben Gegend, bezeichnet sie aber als die niedrigste
Menschenrasse, die er je in Afrika angetroffen hat 5 )- Es
sind affenähnliche Neger mit ausgesprochenster progna-
ther Mikrocephalie, mit außergewöhnlich langen Armen
und kurzen Beinen; ihr Gesicht wie der ganze Körper
ist mit dichtem Wollhaar bedeckt; ihr Gang ist nicht
aufrecht, sondern stark vornüber geneigt. Durch ihre
beträchtliche Größe unterscheiden sie sich von weitem
von dem Zwergvolke, welches in zahlreichen Sippen
überall in diesen Bergländern haust.
5 ) Geographical Journal XVI, August 1900, p. 173.
Deut sch-Ostafrika.
Produktenausfuhr in 1000 Mark. . Tabelle A.
Im Kalenderjahre
Elfenbein
Kaut
schuk
Kopal
Kopra
Wachs
Getreide
Sesam
Zucker
Kaffee
Bast
waren
Felle
1896
1 768
937
182
108
75
149
115
66
37
—
70
1897
1 549
1 191
191
211
210
520
259
91
114
65
186
1898
1 289
982
285
219
162
57
247
100
243
68
194
1899 .
995
1 331
277
107
64
201
85
79
95
92
207
Handelsverkehr in 1000 Mark. Tabelle B.
Im
Kalenderjahre
Einfuhr
Ausfuhr
Warenumsatz
Summa
Indien
aus
Sansibar
Deutschi.
Summa
Indien
nach
Sansibar Deutschi.
Summa
Indien
mit
Sansibar
Deutsch!.
1896 ....
9110
4 282
117
2 186
4327
30
3 429
784
13437
4 312
3 546
2 920
1897 ....
9370
3 853
143
2 520
5118
40
3 659]
1 137
14488
3 893
3 802
3 657
1898 ....
11 852
1 994
7 024
2 252
4332
20
3 215
783
16185
2 014
10 240
3 036
1899 ....
10822
1 389
7 094
2 018
3937
79
2 696
923
14 759
1 468
9 791
2 942
Britisch-Ostafrika e ). Tabelle C.
Produktenausfuhr in 1000 Mark.
Handelsverkehr in 1000 Mark.
Im
Rechnungsj ahre
Elfer
aus ganz
Brit.-Ostafr.
ibein
aus Uganda
allein
Kaut
schuk
Kopal
Getreide
Felle
Einfuhr
Ausfuhr
Waren
umsatz
1896/97 . . .
547
(190)
271
30
379
56
5 500
1 640
7 140
1897/98 . . .
420
(210)
182
16
400
65
6 250
1 524
7 774
1898/99 . . .
629
(136)
268
56
112
94
9 835
1 500
11 335
1899/1900 . .
1 418
(635)
325
39
203
214
9 300
2 555
11 855
6 ) Die Tabelle C ist zusammengestellt nacb: Africa. Diplomatie and Consular Reports. Trade and Customs Revepue
of the East Africa Protectorate for tlie Year 1899. — Die dort in Rupien angegebenen Beträge wurden für den vorliegenden
Zweck in Markwährung umgereebnet, die Rupie stets zu Mk. 1,40 genommen, was wohl bei den jährlichen Schwankungen
des Kurses nicht genau dem jeweiligen tbatsäclilichen Wert entspricht, doch bei der Aufstellung nur runder, grofser Summen
die zum Vergleichen nötige Richtigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt.