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Nekrologe .
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Angabe der Jgorroten in sechs Bächen ab . Ich konnte außer dem , wo wir standen , nur noch einen zweiten gegen - über erkennen . Eine unterirdische Verbindung mit dem Teich bei Bauaao scheint mir sehr unwahrscheinlich , weil das Wasserbecken hier oben viel größer ist als das am Fuße des Berges liegende und somit das Gesetz der kommunici - renden Röhren auf den Kopf gestellt sein würde ; auch wuß - ten meine Begleiter aus Luput nichts davon .
Am Himmel zog ein schweres Gewitter herauf . Die Jgorroten drängten zum Weitermarsch in der Richtung nach Lessep hin und behaupteten auf meinen Einwand , den höchsten Punkt des Berges unmöglich im Regen finden zu können . Dieser Hiuderuugsgrund leuchtete mir aber so wenig ein , daß ich böse Miene machte , mit Schießen drohte und endlich doch erreichte , daß sich die Horde wieder zum Wegbahnen anschickte . Auf einer kleinen Lichtung ließ ich Halt machen , versprach den Leuten doppelte Belohnung , wenn sie die Nacht mit mir hier zubringen wollten , damit am nächsten Morgen der Marsch fortgesetzt werden könnte , und sah sie nach kurzer Berathuug unter sich Baumäste her - beischleppen und eine Schutzhütte für die Nacht bauen . Ich ließ daher auch mein Zelt aufschlagen , und als das Gewitter mit Gewalt losbrach , waren wir alle unter Dach und Fach . Die Abkühlung am Abend nach , dem Regen war sehr em - psindlich . Ich versöhnte meine igorrotischen Begleiter durch eine Flasche Schnaps und wärmte mich dafür an ihrem Lagerfeuer . Im Zelt war es leider um so kälter .
Bei - I - 50 R . erwachten wir am 16 . / 9 . , vor Frost zit - ternd . Die nur mit ihren Mänteln bedeckten Jgorroten hatten die Nacht ums Feuer hockend zugebracht , waren aber trotz Frost und Hunger guter Dinge . Ein heißer Kaffee erwärmte uns alle , Herr Au nahm eine Photographie des malerischen Lagerbildes auf , und das Pfadhanen von gestern wurde fortgesetzt . Nach zwei Stunden kreuzten wir den Pfad , der von Snync herüber nach Lessep führt , und um 9 Uhr waren wir am Ziel . Der ganze Berg läßt sich vom Gipfel nicht überblicken , wegen der hohen Baumbestände
ist der Ausblick nach Ost und Nord verdeckt ; dafür aber ist das Panorama im Süden und Westen , wohin der Berg fchroff abfällt , desto herrlicher . Vor uns in der Tiefe die grünen Thäler des Rio Cagubatan und Rio Namatek , rechts der zugespitzte , dunkele Monte Cauitan , links die Höhen von Cayan und noch weiter im Westen die bekannten Zacken des Monte Malaya und der Cordillera del Tila . Die Barometermessung ergab 2243 m über der Chinesischen See . Wir hingen eine leere Flasche mit unseren Namens - karten und einem „ Vivat Alemania " an eine der wenigen Pinien , die den Gipfel krönen ; dann kehrten wir auf deu Pfad von Suyuc zurück und stiegen vorbei an einigen ranfchen - den Wasserfällen , deren Abstammungsgeheimniß wir gelöst hatten , hinunter ins Thal des Rio Cagubatan . In Miligan verabschiedeten wir uusere Genossen von Lnpnt , und vor Sonnenuntergang trafen wir über Lessep in Ginsadan ein .
Weit im Nordwest schimmerten Cayans Holzhütten von der Berglehne , als wir am 17 . / 9 . Ginsadan verließen . Ein paar saftige Carabaorippen , gute Batatas ( Kartoffeln ) und fanre Apfelsinen kräftigten uns zu dem fonnenwarmen Marfch , und in flottem Tempo wanderten wir über die ab - geholzten Bergrücken auf ziemlich gutem , 2 bis 3 Klafter - breitem Reitweg , der bereits die Nähe der Provinzkapitale verrieth , Cayan zu . Die Rancherien Banco und Tadian fesselten uns nur so lange , bis Herr Au eine Typenaufnahme gemacht hatte ; vor Eintritt der stärksten Mittagshitze be - traten wir die Cafa real in Cayan , wo uns der Gonver - neur als seine Gäste willkommen hieß . Mein Gepäck war von Cagubatan aus wohl angekommen , man konnte sich wieder einmal baden , wieder wie ein anständiger Mensch mit Messer , Gabel und Lössel essen , hatte etwas anderes zu beißen als Huhn , Reis und Camote , ja es gab sogar Brot in Cayan , auf dem Tisch lagen neue Zeitungen aus Manila , und für die Nacht stand ein richtiges sauberes Bett bereit ; was konnte sich gerade ein hungriger , abgerissener Wanderer mehr wünschen ? "
Nekrologe .
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— Konstantin von Kaufmann , russischer General und seit 1867 Generalgouverneur von Turkestau , geboren 1818 in Maidani bei Jwangorod , gestorben im Mai 1882 . Ihm , dem Sprößling einer holsteinischen Familie , verdankt Rußland die Eroberung Samarkands ( 20 . Juni 1868 ) und Chiwas ( 11 . Juni 1873 ) , Chokands und die Organisation der Provinz Tnrkestan , die gelehrte Welt die Veranlassung von zahlreichen wissenschaftlichen Reisen in den özbegischen Ehanaten , Asgha - uistau , dem Tiön - schan , Russisch - wie Ost - Turkestan und dem noch immer des Unbekannten viel bergenden Pamir - Hochlande .
— Siegfried Langer , Orientalist und Reisender in Arabien , geboren I . September 1857 zu Schöuwald bei Mährisch - Aussee , ermordet im Juni 1882 im südlichen Arabien . Mit großem Weiße und vieler Umsicht bildete er sich durch das Studium der arabischen Sprache und der arabischen Epigra - phik zum Reisenden heran . Durch Vermitteluug der Wiener Geographischen Gesellschaft mit hinlänglichen Geldmitteln ver - sehen , verließ er am 22 . Juui 1881 Wien und hielt sich zunächst etwa ein halbes Jahr lang im Ostjordanlande auf , wo er Sprache und Sitten der Beduinen studirte . Im December 1881 verließ er Jaffa , landete 21 . Februar 1882 in Hodaida und begab sich von dort auf einem neuen noch nicht betretenen
Wege nach Sana , dessen Gouverneur ihn jedoch an der Weiter - reise hinderte und nach der Küste zurückschaffen ließ . Er fuhr nach Aden und trat vou dort am 20 . Mai die als gefährlich bekannte Reise nack der Landschaft Jafa an , auf welcher er am Wadi Bona von Räubern erschlagen wurde . Seine Bücher und Papiere wurden vernichtet . 18 auf der Reise nach Sana gesammelte Inschriften , welche er von Aden aus heimsandte , sollen von großer sprachlicher und geographischer Bedeutung sein .
— Broch , norwegischer Oberst und ausgezeichneter Karto - graph , Kommandant der Festung Fredriksten , starb am I . Juli 1882 zu Kristiania .
— John Petherick , einer der Pioniere unter den Reisenden im Gebiete des Weißen Nil , starb 15 . Juli 1882 in London . Ursprünglich Bergmann , später Kaufmauu , bereiste er 1845 die Sinaihalbinsel , 1847 Kordofan , wo er Gummi - Handel trieb ; dann seit 1853 den Bahr el - Ghazal , 1857 den Sobat und erreichte 1858 durch das Land der Dschnr das der Niam - niam . Diese Reisen beschrieb er in „ Egypt , the Soudan , and Central Africa " ( 1861 ) . Als er im November 1860 in England war und nach dem obern Nil kehren im Begriffe staud , wurde er zum britischen Konsul für