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fullscreen: Globus, 26.1874

An der ligurischen Ri 
Haltung ; man glaubt den maurischen Typus zu sehen , der sich in Andalusien so trefflich erhalten hat . Die Sitten sind im Allgemeinen recht gut , aber das viele Betteln wird lästig . Die Leute sind nicht ganz so trag wie manche Jta - liener , sie sind dem Trinken weniger ergeben als die Pro - veuyaleu und schreien auch nicht so viel uud so laut wie diese . In religiöser Beziehung steht es bei ihnen wie bei den Italienern ; wahre , tiefinnere Frömmigkeit kennt mau nicht ; mit dem äußern Cultus ist Alles abgethau und an dickem Aberglauben fehlt es nicht . 
Es wurde fchon weiter oben gesagt , daß der Fremde gern die Thüler aufsucht , in welchen das ewige Geräusch des Meeres uicht zu vernehmen ist . Er hat die Auswahl . Er kann nnd wird an der Ostseite der Bucht bis zuni Berceau emporsteigen , einer Bergkette , welche steil in die See abzu - fallen scheint . In den gewundenen kleinen Schluchten findet er überbrückte Bäche , die aber nur selten Wasser haben . In einer gewissen Höhe über dem Strande sind die Abhänge mit Fleiß unter Cultur gebracht worden . Auf jeder der 
Dolce 
Blumenduft durchzieht die Luft . Man glaubt zu träumen und in Armidas Gärten zu wandeln ! 
Zu dem schon früher erwähnten Ristorante della Fron - tiere pflegt man gewöhnlich den Weg auf der Cornichestraße zu nehmen . Eine Viertelstunde von der Villa Santa Maria kommt man über die 1806 gebauete St . Louisbrücke ; sie überspannt in einem 22 Meter weiten Bogen eine Felsen - schlucht , welche hier die Grenze zwischen Frankreich und Italien bildet . Von der Brücke ab hat man nur noch zehn Minuten bis zum Ristorante . 
Man versäumt nicht die Grotten von Mentone zu besuchen . Schon im vorigen Jahrhundert hatte Saussure auf dieselben aufmerksam gemacht ; sie sind seit jener Zeit häufig von Geognosten besucht worden und die Nachgrabun - gen lieferten den Beweis , daß in denselben Menschen ge - wohnt hatten ; man fand auch Ueberreste von Thieren . Am 26 . März 1872 setzte Riviöre in der Cavillongrotte frühere Nachgrabungen weiter fort ; ß1 / , Meter unterhalb des Niveaus derselben entdeckte er dann Fußknochen , welche 
iera di Ponente . II . 341 
vielen übereinander liegenden Terrassen stehen Citronen - , Orangen - , Feigen - und Oelbäume ; kein Fleckchen Landes bleibt unbenutzt ; man hat mit großer Mühe künstlichen Boden geschaffen und manche dieser mit Steinen umfriedig - teu Gärten sind so klein , daß nur ein einziger Baum iu ihnen wächst . Die Johannisbrotbäume erreichen eine statt - liche Größe und manchmal trifft man während der Wandel - gänge unvermuthet auf Landhäuser iu entzückender Lage . Wir haben in der vorigen Nummer ( S . 324 ) die Abbildung eines solchen Landhauses mitgetheilt . Die Gebäude sind von ganz schlichter , gewöhnlicher Bauart , aber der Ausblick ! Unterhalb eines prächtigen Waldes von Oelbäumen liegen unzählige Terrassen mit Citronen - und Orangenanpflanzun - gen , am Gestein wächst der Weinstock , geradeaus sieht »tau das blaue Meer , zur Rechten Mentone , zur Linken die rothen Felsen . Die Terrasse selbst , ans welcher das Land - Haus steht wird von einem Oelbanme beschattet ; am Ein - gangestehen Bambus und Palmen , weiterhin ist ein Gemüse - garten , in welchem Alles auf das Ueppigste gedeiht ; würziger 
Acqua . 
zu einem Menschengerippe gehörten . Acht Tage später war das ganze Skelett bloßgelegt ; dasselbe ist im naturhistorischen Museum zu Paris aufgestellt . ( Die Cavillongrotte liegt übrigens auf italienischem Gebiete . ) Dieser Troglodyt mag gut und gern vor zwanzigtausend Jahren gelebt haben , ist also doch etwas älter als Eva und die Paradiescitrone ; er war Zeitgenosse des Mammuths , des Höhlenbären uud au - derer urweltlicher Thiere . Riviöre hat im Jahr 1873 iu einer andern Höhle bei 4 Meter Tiefe viele Bruchstücke eines andern Menschenskeletts gefunden , das 2 Meter lang ist . Dasselbe lag , wie das frühere auch , auf einem Aschen - bett nnd hatte neben Schmucksachen auch Knochen - uud Feuersteinwaffen bei sich . 
Die westliche Bucht ist breiter , luftiger und weniger heiß als die östliche , und in sie münden vier Thäler mit manchen Nebenthälern , alle mit Bächen , welche aber nur in einem kleinen Theile des Jahres etwas Wasser haben . Das Val di Mentone wird als ein Paradies im Paradiese gerühmt , aber trotzdem nicht häusig besucht , weil mau nicht zn Wagen
	        
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