Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

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Notizen . 
davon die Grösse , Zusammensetzung usw . der Banden , die verbreitetsten der zur urteilung kommenden Verbrechen und , was von besonderer Wichtigkeit ist , die gläubischen Mittel und Gebräuche , die bei den Gaunern im Schwünge waren , um ihre 'Arbeit' zu begünstigen . So das Diebslicht , hergestellt aus Menschendärmen ( daher auch Diebsdermen genannt ) und Menschenfett , das , solange es brennt , die Bewohner eines Hauses am Erwachen hindert , ferner Mittel zum Unsichtbarinachen , zum 'Verschreien' der Augen u . a . m . Der Vi . bat die das eigentliche Zauber - und Hexenwesen betreffenden Urkunden für eine spätere Darstellung zurückgestellt ; diese dürfte eine wertvolle gänzung zu dem oben ( S . 332 ) erwähnten Zerbster Vehmbuch darstellen und erscheint öffentlich bald . [ F . B . ] 
H . Lietzmann , Kleine Texte für Vorlesungen und Übungen . Bonn , A . Marcus und E . Weber . Nr . 78 : Rabbinische Wundergeschichten des neutestamentlichen alters , herausgegeben von P . Fiebig ( 1911 ) 28 S . 1 Mk . ; Nr . 79 : Antike geschichten zum Studium der Wunder des N . T . , zusammengestellt von P . Fiebig ( 1911 ) 27 S . 0 , 80 Mk . ; Nr . 20 : Antike Fluchtafeln , bsg . und erklärt von R . Wünsch , 2 . Auflage ( 1912 ) 31 S . 0 , 70 Mk . Nr . 84 : Aus einem griechischen Zauberpapyrus , von R . Wünsch ( 1910 ) 31 S . 0 , 70 Mk . — Die beiden zuerst genannten Heftchen geben in erster Linie die Urtexte zu den Übersetzungen rabbinischer und hellenistischer Wundergeschichten , die Fiebig in seinem Buche : Jüdische Wundergeschichten des neutestamentlichen Zeitalters ( Tübingen , J . C . B . Mohr 1911 ) aufführt ; dort sind auch sachliche Erklärungen in grösserem Umfange zu finden , während die Anmerkungen in den 'Kleinen Texten' sich auf das Notwendigste beschränken . Nr . 79 enthält ausserdem u . a . die inschriftlich erhaltenen Selbstzeugnisse über wunderbare Heilungen im Asklepieion von Epidauros . Als handliche Ausgaben sonst zum Teil schwer gänglicher Texte haben , diese Heftchen auch über ihren akademischen Zweck hinaus grossen Wert . — Die 2 . Auflage des 20 . Heftes weicht von der 1907 erschienenen ersten nicht wesentlich ab ; von den in grosser Zahl erhaltenen Delixionen werden fünf griechische und zwei lateinische aufgeführt und sehr eingehend erläutert . Ebenso reichlich sind die Erklärungen zu dem in Nr . 84 abgedruckten , einen Liebeszauber enthaltenden Abschnitt des grossen Pariser Zauberpapyrus ( Suppl . gr . 574 , V . 2441—2707 ) , so dass das Studium der beiden Bändchen sehr belehrend ist . Verweisungen auf Entsprechungen in modernem Aberglauben , die in Fülle beizubringen wären , sind — wohl mit Rücksicht auf den Raum — unterblieben . [ F . B . ] 
H . Marzell , Das 'Liebstöckel' ( Naturwissenschaftliche Wochenschrift , lisg . von H . Potonié und F . Koerber , Jena , G . Fischer . N . F . 11 , 327 ) . — Auf Grund einer fassenden Sammlung der volkstümlichen Benennungen der im Altertum unter dem Namen ligusticum bekannten Pflanze ( Levisticum officinale ) wird nachgewiesen , dass die disischen wie auch andere Kräfte , die der Volksglaube diesem Gewächs zuschreibt , zum grössten Teil auf die volksetymologischen Entstellungen des antiken Namens gehen . — Derselbe , Der Knoblauch im Aberglauben ( Natur und Kultur , hsg . von F . J . Völler , München 9 , ( 309 ) . — Reichhaltige Zusammenstellung von Zeugnissen für die apotropäische und heilende Kraft des Knoblauchs im Volksglauben alter und neuer Zeit . Zur Ergänzung sei noch verwiesen auf das oben ( 22 , 129 ) von Zachariae beigebrachte Material . Für das Altertum wäre noch nachzutragen die Enthaltung vom Genüsse des Knoblauchs bei den Dienern des Men ( Ziehen , leg . sacr . p . 150 nr . 49 ) und der Magna Mater ( Athen . 10 , 422d ; vgl . Foucart , Associations réligieuses p . 219 ) , die offenbar auch auf volkstümliche Anschauungen zurückgeht . — Zum Schluss mag noch einmal der oben ( 21 , 318ff . ) veröffentlichte Aufruf des Vf . zur Sammlung der volkstümlichen deutschen Pflanzennamen in Erinnerung gebracht werden , der aus dem arbeiterkreise unserer Zs . nur eine Antwort — von dem verstorbenen Richard Andree — zur Folge gehabt hat . Besonders der erste der beiden angeführten Aufsätze beweist die Notwendigkeit und den Wert solcher Sammlungen . [ F . B . ] 
J . v . Negelein , Germanische Mythologie . 2 . Aufl . Leipzig , B . G . Teubner 1912 . 126 S . geb . 1 , 25 Mk . ( 'Aus Natur und Geisteswelt' 95 . Bändchen . ) — Negelein hat die 2 . lage seiner Mythologie von den lebhaften Kämpfen des Tages fast ganz unberührt er -
	        
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