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Objekt: Te tohunga

Aber der Schnee der Winter und die Sonnen der Sommer kamen und 
gingen von dem ersten Male, zu dem tausendsten Male, und immer noch 
war Tangariro unentschieden, welchem ihrer Bewerber sie ein Eheweib 
sein wolle. — ; 
Sie wurde der heilige Berg des Maorivolkes. Ihre Schönheit nahm 
alle Herzen gefangen. 
Sie wurde die Besitzerin des höchsten Tapu. 
Kein Menschenfuß wagte sich auf ihren heiligen Leib, auf den in 
Scheu nur die Augen der Neugeborenen gerichtet wurden, und die Augen 
der Sterbenden voll Liebe blickten, wenn sie ihren Weg zur Unterwelt 
wanderten, zur Reinga, der Behausung der Seelen: — die Augen von 
Generationen auf Generationen. 
Die Werbung der Riesen war ein wundervolles Schauspiel. Sie deckten 
sich in glitzernde Schneegewänder oder hüllten sich in gewaltige Wolken- 
schleier; sie wanden wundervoll gefärbte Wolkengürtel um ihre Lenden, 
ihre Häupter weit in den goldenen Himmel hebend und dann wieder 
in gewaltige Leidenschaft ausbrechend, bedeckten sie die Lande mit 
schwarzen Dampf- und Aschenwolken. — 
Ach, Tongariro erweckte der Riesen Leidenschaft, entzündete das Blut 
aus Feuer und geschmolzenen Steinen; ach, sie machte die Vulkane 
zittern! Das Donnern ihrer Stimmen schallte schrecklich in die Weite, 
Beleidigungen und Hohn hinüber- und herüberbrüllend. Tödliche Blitze 
zerrissen die Nächte und schwarze Wolken verschlangen die Tage; die 
Ohren der Menschen wurden von der brüllenden Leidenschaft der Riesen 
betäubt, und ihre staunenden Augen sahen immer Tongariro, die Schöne, 
zulächelnd beiden Bewerbern. 
Zuletzt konnte nur ein Kampf der Nebenbuhler entscheiden. — 
Nun folgten Tage voll Stille. 
Die Riesen sammelten Kraft und schmolzen Steinmassen in ihren Ein- 
geweiden. So standen sie schweigsam und grollend und ließen die Sonne 
ihre prachtvollen Schneegewänder vergolden; lächelnd sandte Tonga- 
riro ihre graziösen Dampfsäulen in den Himmel, und das Maorivolk 
blickte verwundert auf die friedvolle Landschaft. — 
Doch dann wuchs ein Grollen in die Nacht, und Grollen füllte die Tage; 
lauter und lauter, Nacht auf Nacht, Tag auf Tag wuchs das schreckliche 
Grollen, dumpf und tief. 
Plötzlich erschütterte ein krachender Donner die Erde und aus dem 
Schlunde Ruapehus brach eine feurige Masse geschmolzener Steine und 
schwarzen Hasses hoch empor und fiel auf Taranaki als ein fürchter- 
liches Feuergewand, während die fliehenden Winde heulten und die 
schmelzenden Eiswasser donnernd ins Tal entflohen. 
Eine wundervoll aufragende Form gab die Feuer- und Aschenmasse 
Die 
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