Bugres von Santa Catharina,
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hier und da an, an den Maispflanzungen oder dem Vieh der Weissen sich
fu vergreifen, und setzten auch, um Eisen oder andere ihnen wünschens-
Werte Gegenstände zu erlangen, ein paar Mal Überfälle ins Werk, bei
“enen Kolonisten und ein paar Maultiertreiber, die einen Warenzug nach
fm im Camp-Gebiet gelegenen Städtchen Lagos geleiteten, ihren Pfeilen
"um Opfer fielen. Dies hat die ganze Kolonie in eine gewisse Nervosität
ersetzt. Repressalien wurden ins Werk gesetzt, die aber in Abschlachtungen
panzer Horden zur Nachtzeit in ihrem Lager umstellter Wilden ausarteten.
Banditen, der Abschaum der Kolonie, machten aus diesen Bugre-Jagden
Pin Gewerbe, und es gab leider Grundbesitzer in der Kolonie, die zur
Phgeblichen Sicherung ihres Besitzes die Mörderbanden zu solehen Jagden
| Angen. Man kann auch der Presse der Kolonie, vor allem dem ,Urwald-
Poten“ in Blumenau, den Vorwurf nicht ersparen, dass sie diese feigen
Abschlachtungen entschuldigten und verherrlichten. Bei jedem Uberfalle
Pllegten die Mörder ein paar Frauen und Kinder am Leben zu lassen,
|" sie als Beleg für den gelungenen Überfall als Gefangene in die
j'^lonie zurückzubringen. Diese hat man zum grossen Teil in die Klóster
erteilt wo sie aber zumeist sehr bald an Krankheiten, an Mangel an
Pflege oder an anderen schädlichen Einwirkungen der Zivilisation zu
""unde gingen. Jüngst hat aber ein seit langen Jahren in der Kolonie
""süssieer deutscher Arzt, Dr. Hugo Gensch, um den Beweis zu liefern,
"48$ diese Wilden sehr wohl zivilisierbar sind, .ein bei einer der letzten
peser Jagden gefangenes Mädchen, die in der Überschrift genannte
‚Orikrä, in seinem Hause aufgenommen, und seine und seiner Familie
liebevolle Pflege hat in der Tat Wunder an dem Kinde vollbracht.
l7. Dr. Gensch hat über die Resultate, die er mit diesem Kinde erzielt
"at, eine kleine Schrift geschrieben, die aber zu umfangreich ist, um sie
"1 dieser Stelle zum Abdruck zu bringen. Ich hoffe, sie anderweitig
scheinen lassen zu können. Aus dem Munde dieses Bugre-Mädchens
l'at Hr Dr Genseh auch das Vokabular aufgenommen, das hier unten
let. Ich habe nicht viel daran geändert. Ich habe die Worte geordnet,
[^mit man ohne Schwierigkeiten Vergleichungen mit anderen Vokabularen
‘Ornehmen kann. Die Orthographie habe ich ini grossen und ganzen
PO Selassen, wie der Autor die Worte wiedergeben zu müssen glaubte,
Also aueh das seh und tseh der Einfachheit halber gelassen. Nur das
abe ich konsequent durchgeführt (der Autor setzte häufig vor a, o, u ein 6),
Au Portugiesische nh habe ich mit ny wiedergegeben und das von dem
| ütor gebrauchte j vor a, o, u, das wie das y des Standard-Alphabets
ten soll, durch y ersetzt. Vor e, i soll das j, das der Autor schrieb,
bi das portugiesische j, also wie à des Standard, lauten. In diesen
h .9n habe ieh das j gelassen. Die Diphthonge ai, ei, au, a0 und den
AL ae hat der Autor durch einen über beide Buchstaben gesetzten
Ich bezeichnet. Ich habe, da die unmittelbare Wiedergabe im Drucke
"Awierie schien, dies dureh af, e, dd, aö, a& ersetzen lassen.
y. um Sehlusse sei mir noch gestattet, einige der Nachrichten über die
p ältnisse deg, Stammes, die, Dr, Gensch von dem Bugre-Mádchen
ühr und in der oben genannten Schrift mitteilt, hier wiederzugeben.
Sit: LTT fir Bini Jahrg. 1908. Heft 5.
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