Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 11.1901

232 
Tabler : 
der bruscoli ] ; über frühere Versuche , die Gattung auch akademisch zu verfeinern , über die Weise des musikalischen Vortrags dankenswerte Auskunft , die man zu dem von D'Ancona und von Giannini Gesagten gern hinzunehmen wird ; versucht dann festzustellen , wie der bruscello vom maggio sich unterscheide ( beide sind nach dem als Mittelpunkt des Schauplatzes aufgepflanzten Bäumchen benannt ) und teilt endlich vier in ihrer Ungleichartigkeit gut gewählte Proben der Gattung mit . 
Kurz nach der besprochenen Schrift hat die Verfasserin im nämlichen Verlag eine zweite erscheinen lassen : 
Befanate del contado toscano edite con un' introduzione . 1900 . XXXIV , 36 S . 8° . 
Sie handelt in der Einleitung von dem Aufkommen der kirchlichen Feier des Tages der heil , drei Könige und dem Zusammenhang solcher Feier mit den Anfängen des geistlichen Schauspiels und andererseits mit den sehr wenig erbaulich gewordenen Weisen , den Vorabend der epifanía in den Gassen der Städte und auf dem Lande mit Lärm und Herumfahren eines weiblichen Popanzes zu begehen , dessen Name befana ( aus epifania , mit Anlehnung an beffa ) zum begriff lächerlicher Hässlichkeit in Weibesgestalt geworden ist . Sie kommt dann auf die Bräuche zu sprechen , die heute mit dem Herumfahren der Befana sich verbinden , das Singen von Liedern , in denen milde Gaben erbeten werden , und die mannigfachen Weisen diesen Zweck mit dem Singen von der Befana zu binden . Eine längere geistliche und durchaus nicht volksmässige , sechs kürzere weltliche und endlich eine noch vor zwei Jahren zur Aufführung gekommene dramatische ( gleichfalls durchaus weltliche ) Befanata reihen sich an , in welcher letzteren das eigentlich fremde Element des Entzweisägens einer Alten und jenige komischer Testamente mit aufgenommen sind oder vielmehr das der lichen Befana völlig verdrängt haben , so dass man sich fragen darf , ob diese an sich ganz bemerkenswerte Probe etwas roher Bauerndichtung in den Kreis der Befanate zu ziehen ausreichender Grund vorhanden ist . Adolf Tob 1er . 
Sagen , Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus . Aus dem Munde des Volkes gesammelt von Dr . Karl Reiser . Kempten , Köselsche handlung . Heft 17 . 18 . 19 ( Bd . II , 449—640 ) . 8° . 
Von diesem wichtigen Werke für das Volkstum des Allgäus , das wir von Anfang an mit Teilnahme begleiteten ( zuletzt X , 106 ) , liegen wieder drei Hefte vor . Das 17 . und der grösste Teil des 18 . Heftes enthält eine Darstellung der Mundart des Allgäus oder genauer dessen Mundarten , da das Allgäu teils dem alemannischen , teils dem schwäbischen Dialekt angehört und diese sich wieder spalten . Dr . Reiser ist nicht bloss ein geborener Allgäuer , sondern auch nistisch geschult und mit der neueren Mundartenforschung vertraut . So erhalten wir denn hier eine sehr beachtenswerte wissenschaftliche Übersicht über die sprache des schönen Alpcngaus . Die Lautlehre erhält , wie die Sachen zur Zeit liegen , den Hauptraum . Indessen sind auch für Deklination und Konjugation die charakteristischen Verhältnisse klar und übersichtlich vorgetragen . 
Dieser grammatische Abschnitt leitet den dritten Teil des ganzen Werkes ein , der ausserdem die Sprichwörter , Ptedensarten , Volksreime und den Wortschatz
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.