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Objekt: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 15.1905

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Behsener: 
das sein grobe Leut, die immer sagen: Teli will und du musst. Sie, die 
M., will allm tun, was sie will, und ich soll mich zu Tode grämen. Ja, 
wenn eine mühselige oder delikate Person die Strauche hat (verschnupft 
ist), ist nichts mit ihr zu machen; denn wenn sie etwas soll, lässt sie der 
Grint (Kopf) nicht. Wenn der narreten Pf. ein anderer nicht getan hat, 
was sie gern wollte, den frisst sie, wünscht ihm nichts Gutes. Sie ver- 
gisst nicht, und wenn sie den Toas (Geschrei) anhebt, geht es immer 
weiter. 
Die Weiber lieben allm e wenig einen heimlichen Weg, so für 
die Einkäufe die Läden, die etwas versteckt liegen. Sie sind neugierig 
und schwatzhaft. 
Die A. ist so viel wunderle (verwundert sich gern), ist neugierig, 
was es auf der Welt gibt, und hat ihr eins gebeichtet (etwas anvertraut), 
da ist's grad, als wenn der Wind dreinfährt, so schnell ist's überall be¬ 
kannt. Die Pusterin (Pustertalerin) hat eine Weile g'tudert, über alles 
sich beklagt, den ganzen Tag hat sie das Maul auf (spricht sie) — mich 
wundert, dass sie es nicht ruit (reut) — was wahr, ist mir nicht zu viel 
(es auszusprechen) und keiner zu gross (es ihm zu sagen). Da sagt man 
nicht umsüst (umsonst): Das ist eine rechte Vorgeiss (die Geiss, die einer 
Herde vorangeht), wenn die Leut umanand 'gumperln' und 'rusteln'. 
Der Natz sagte von seiner Schwester: „Sie ist der beste Advokat. 
Sie weiss alles, und recht hat sie immer." — Ich kann die Menschen 
sonst gut leiden, hub die St. an, aber die C. mag ich nicht, wider 
meinen Willen; über einen jeden weiss sie etwas, nur über sich nicht. 
Der Mensch, der grad alle otaxiert und otadelt (aburteilt), ist gewiss einer 
von den schiechsten (hässlichsten), wie der M., von dem man nicht weiss, 
wo das eine Auge und wo das andere hinsieht. Die Weiber tran sehen 
(klatschen), sein über die Leut, haben sie. 
Gestern sprach die D. mit einer andern, klagte ein Weibis, und da 
hörte ich es wohl, dass sie mich wieder hatten. Sie ist so eine, so lange 
sie bei einem ist, ist man's, und ist sie zum Hause hinaus, sind es die 
anderen. 
Man sagt nicht umsüst, wenn die Weiber beim Jäten in den Feldern 
zusammenhocken, stirbt ein jeder gern; dann sein die Tuifl alle im 
Jätacker, oder da hat der luifl über den Weiberleut zu tun, kann also 
nicht die Sterbenden plagen. 
Einen Fehler eines anderen, den niemand weiss, sagte das Josele, 
soll man nicht aufdecken. Der Himmelsvater will es nicht. Er hat 
gesagt, den Mantele drauf lucken solle man. 
Heute war grosser Lärm im Dorf. Eine Frau stritt mit ihrer ver¬ 
heirateten Tochter, und rundherum standen die Nachbarinnen und gaben 
der Mutter bei jedem Worte Recht. Letztere schrie immer ärger auf die 
Tochter ein, und zuletzt rief sie: „Du hast ja noch nie in deinem Leben
	        
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