Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 19.1889

Beurteilungen . 
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hang Nr . 126—132 bietet einige pommersche Sagen . — So verdienstlich die Sammlung sonst ist , so darf doch nicht verschwiegen werden , dass es ihr zu großem Vorteil reicht haben würde und dass sich ein ungleich wertvolleres Material hätte gewinnen lassen , wenn Haase selbst dem Landvolk näher getreten wäre , als er das in Wirklichkeit getan hat . So ist es gekommen , dass die mythischen Wesen , welche in Aberglaube und Sage fast jedes deutschen Dorfes noch zu finden sind , in der Haaseschen Sammlung nicht in dem Maße vertreten sind , als sie es hätten sein müssen . Und es würde damit ganz schlecht bestellt sein , wenn die vortrefflichen Beiträge des Herrn Fehse zu Dierberg nicht eingegangen wären . Da noch zwei Bändchen in Aussicht gestellt sind , holt Haase das Versäumte hoffentlich nach . Sehr wünschenswert wäre insbesondere ein genaues Nachforschen nach den Sagen von der wilden Jagd , zumal nach etwa noch vorhandenen Namen des wilden Jägers , bez . der wilden Jägerin . Nach der mythologisch - ethnologischen Uebersichtskarte der Mark und der angrenzenden Gebiete ( auf Grund der noch im volk fortlebenden , aus der Heidenzeit stammenden ditionen ) von Schwartz „ Zur Stammbevölkerungsfrage der Mark Brandenburg " ( Märkische Forschungen . Band XX . Berlin 1887 ) liegt das Gebiet , in welchem Haase gesammelt hat , zum überwiegenden Teile in der Frau Harke - Zone und ragt hinüber in dieWode - , G ( w ) ode - und Frick - Zone . Von allen diesen Namen ist in der ganzen Haaseschen lung auch nicht ein einziger zu finden , und doch müsste Haase bei dem verhältnismäßig kleinen Gebiete , dessen forschung auf die volkstümlichen Ueberlieferungen hin er unternommen hat , die Grenzen auf das Dorf hin stellen im Stande sein .
        

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