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Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 7.1871

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Misleli 
sarva - sattva - gätanukampa - „ die mit allen Wesen Mitleid fühlt " . Ja diese Güte gegen alles Gewordene ( bhüta - ) schont selbst das Ungeziefer , was 1 . 1 . p . 166 , 21 vorgeschrieben wird : ahlsä pürvako dharmo yasmäd sadbhir udährta : yüka - matkuna - däpädls tasmät tänapi raksayet „ weil samkeit vom Morde als erste Pflicht die Gnten aussprechen , so möge man selbst Läuse , Wanzen , Bremsen u . s . w . schonen " . Daneben erwäge man , daß im neuen Testament keine Vorschriften für das Verhalten gegenüber Thieren ertheilt werden , im alten allerdings z . B . befohlen wird , dem Ochsen , der drischt , das Maul nicht zu verbinden . * ) Merkwürdig ist auch folgende Stelle 1 . I . p . 166 , 11 : prüyatä dharma - sarva - svä ^rutvä käivä - vadkäryatäm ätmana : pratiküläni paresa na samäkaret „ man höre den vollen Inhalt der Pflicht und beherzige ihn dann : was dir selber zuwider ist , füge nicht andern zu " . Es wäre culturhistorisch interessant , den Beweis gegenseitiger Unab - hängigkeit stricter geführt zu sehen . * * ) 
Während also religiös - sittliche Vorstellungen , allgemeine Wahrheiten , dichterische Bilder und Kunstgriffe in den verschie - densten Köpfen unabhängig entspringen können — ich erinnere noch an das Bild vom breiten und schmalen Weg im neuen Testament und bei Hesiod — steht es anders mit Uebereinstim - muugeu auf einem andern Gebiete , dem der Syntax . In der Syntax bethätigt sich die eigene Denkform und geistige Durch - bilduug eines Volkes , spricht sich seine Individualität ganz be - sonders aus , so daß Völker , die sonst sprachlich nahe verwandt sind , nach dieser Seite bedeutende Unterschiede aufweisen . Denn Wörter und Formen sind ein Erbe , mit dem die einzelne Sprache haushälterisch oder verschwenderisch , feinsinnig oder groblogisch umgehen kann ; man denke an den Unterschied griechischer und altindischer Syntax : dort kunstvoller Periodenbau , hier gehäufte 
* ) Worauf zwar Paulus 1 . Korinth 9 , 9 ff . sich bezieht , aber mit den charakteristischen Worten : tov ßo & v [ j . eXei xtiS r ) Si' ^ [ xa ; iravno ? 
Xifti ; St' fy - tas ^YP' & p ] n . s . w . Auch Matth . 6 , 26 ; 12 , 11 , Luc . 14 , 5 wird nur gleichnißweise der Thiere gedacht . 
* * ) cf . im „ Magazin für die Literatur des Auslandes " 1871 No . 33 den Aufsatz „ der Buddhismus und das Christenthum " .
	        
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