Syntaktische Lesefrüchte aus dem klassischen Altindisch * )
von
Franz Misteli .
Uebereinstimmungen auf entfernten Gebieten beweisen noch nicht das Geringste für eine tatsächliche Beziehung derselben , sondern sind oft Spiele des reinen Zufalls , oft Folge der gleich - mäßigen Entwicklung des menschlichen Geistes . Im sechsten Buche der Jlias beendet der Dichter die Klagen Hektors und Andromaches , das Ganze in ruhige Heiterkeit auflösend , mit eben so natürlicher als feiner Wendung so , daß die eitle Furcht des Söhnchens vor dem wallenden Helmbusche des Vaters bei - den ein Lachen abzwingt . Ganz ähnlich schließt auch die schöne Episode des Mahäbhärata , des Brahmanen Klage ; auch dort soll ein Mitglied einer Brähmanensamilie sich freiwillig dem Riesen zum Fraß anbieten , und der Reihe nach sind Vater , Mutter , Tochter dazu bereit , ohne sich einigen zu können , als das Söhnchen , das , einen Grashalm in den Händen , den Riesen zu erschlagen verspricht , in die düstere Stimmung einen Strahl der Freude wirft ( harsa : samadhavad mahän ) . Der Gedanke als das schnellste wird zur Vergleichung herangezogen nicht bloß Odyssee VII 36 für die Schiffe der Phäaken : toxsTat st Trxepov 7js vorhat , sondern auch in Benfeys Chrestom . p . 25 9I . 56 für Pferde : mano - märuta - rähasa : „ gedanken - wind - schnell " ; ja schon aus den Veden citirt Delbrück in seiner Schrift „ Ablativ , Localis , Instrumentalis " ( 1867 ) p . 21 manaso gäviyän „ schneller als ein Gedanke " . * * ) Das vergilische non
* ) In der Umschreibung der altindischen Citate vertritt K tsch , g dsch , s sch ; Annsvära ( z . B . ä ) am Ende der Wörter vor folgendem Vocal zu setzen , konnte ich mich nicht entschließen .
* * ) Charakteristisch , daß Homer bei der großen Zahl seiner Gleichnisse nur an jener einen Stelle nicht mit Sichtbarem vergleicht , der Inder bei