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Inhalt / Download : Tribus, 21.1972 N.F.

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Bericht über das Linden-Museum für das Jahr 1971 
Eine andere Möglichkeit, das Ausstellungswesen zu intensivieren und die Bewohner 
in Stadt und Land mehr an die außereuropäischen Kulturen heranzuführen, bietet sich 
in einer engeren Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen, das ja 
neuerdings über einen eigenen Ausstellungsraum verfügt. Intensive Besprechungen mit 
diesem Institut haben die sicher für beide Seiten fruchtbare Möglichkeit der Kollabora 
tion aufgezeigt, und im laufenden Jahr ist an zwei gemeinsame Ausstellungen gedacht. 
Auch ist in diesen Gesprächen die Frage ventiliert worden, ob es nicht sinnvoll wäre, 
die riesigen Bestände des Museums durch Ausstellungen im Ausland einem größeren 
Kreis von Menschen zugänglich zu machen, und zwar vor allem in Ländern, in denen 
ethnographische Museen in unserem Sinne überhaupt nicht existieren. 
Noch näher läge es freilich, Ausstellungen in anderen Städten des Landes zu zeigen, 
wie das ja in vergangenen Jahren vereinzelt geschehen ist: So wurde eine neue Dar 
bietung im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe ins Auge gefaßt, aber das Museum 
ist gerne bereit, auch mit anderen Städten oder Regionalverbänden in diesbezügliche 
Planungen einzutreten. Mit Heidelberg zum Beispiel ist abgesprochen, daß die dortige 
von Portheim-Stiftung eine Ausstellung „Buddhistischer Kunst“ übernimmt, die unter 
Assistenz des Leiters der Völkerkundlichen Sammlungen dieser Stiftung jetzt für 
unser Haus vorbereitet wird. Ähnlich haben sich Museen in Hamburg und Frankfurt 
an einer Übernahme unserer Japan-Ausstellung interessiert gezeigt, wobei sich eine 
enge Zusammenarbeit auch innerhalb deutscher Museen auf unsere Initiative hin ab 
zeichnet: Wir wollen versuchen, da oder dort aufgebaute Ausstellungen voneinander zu 
übernehmen, um die in jedes solche Unternehmen investierte Arbeit besser fruchtbar 
werden zu lassen. 
Eine weitere Möglichkeit, das Material des Museums unter die Leute zu bringen, 
scheint darin zu bestehen, in Zusammenarbeit mit dem Fernsehen bestimmte Themen 
zu bearbeiten. Auch hier darf von ersten Ansätzen und Plänen berichtet werden. 
Einen zweiten wichtigen Komplex der Öffentlichkeitsarbeit des Museums bilden 
die Vorträge im Wannersaal. Wie in den vergangenen Jahren, so fanden auch 1971 
zwölf Freitagabend-Veranstaltungen und sechs Sonntagsmatineen statt, dazu zwei 
Veranstaltungen, die chinesisches Schattentheater boten. Es ist erfreulich, feststellen zu 
können, daß der Aufwärtstrend, der schon in den letzten Jahren zu beobachten war, 
hier angehalten hat: Bei den eben genannten Veranstaltungen hatten wir 4932 Be 
sucher. Wenn man weiß, wie schwierig es andernorts ist, die ohnehin meist geringen 
Besucherzahlen bei Vorträgen zu halten, muß die ansteigende Linie besonders dazu 
ermutigen, auf dem bisherigen Weg weiterzugehen, also möglichst viele gute Redner 
zu gewinnen. Das Vortragsprogramm enthielt in diesem Jahr erstmalig einen neuen 
Schwerpunkt: Die Sonntagsmatineen stehen jetzt unter dem Rahmenthema: „Archäolo 
gie und Kunst der außereuropäischen Gebiete“. Hier wird der Versuch gemacht, die 
Geschichte und Kunstgeschichte Außereuropas in Einzeldarstellungen vorzuführen. 
Beobachtungen haben ergeben, daß hier eine neue Zielgruppe angesprochen und an 
das Haus herangeführt wird. Es ist zu hoffen, daß bei Fortführung dieser Vortrags 
reihe sich im Laufe der Zeit ein ebenso fester Stamm von Hörern bildet, wie er bei den 
Freitag-Vorträgen (Erd- und Völkerkunde) seit Jahrzehnten besteht.
	        
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