Volkslieder?“ Ceipzig bei Alphons Dürr) dem Setzer
boñ Volleliedern dis Herg regre Deu Voͤltksliede ent⸗
sprechen hauptsächlich die terzenweise Unterlage und die
Waldhorntöne. Der Satz sei daher einfach: er habe
so wenig Akkordfolgen und so wenig Modulation als
möglich. Die Harmonie des vierstimmigen Satzes sei
mager, sie werde ja nie zu fett. Sie gebe eine mög—
lichst melodische Führung der begleitenden Stimmen,
vorab einen guten Bass; dazu, wo es angeht, eine
sangbare, ansprechende melodische Figur in den Mittel⸗
stimmen — aber alles das nur im Dienste, nie auf
Kosten der Oberstimme, von welcher die Aufmerksam—
keit nie abgelenkt werden darf.“ „Dagegen begebe sich]
der Bearbeiter von Volksmelodien aller musikalischen
Gelahrtheit mit Imitationen, Kanons ꝛc. und spare seine
Weisheit für einen anderen Ort. Das Volkslied ver⸗
trägt in seiner Einfachheit und Unschuld weder Chro⸗
matik noch Enharmonik; ihm widerstrebt alles Pikante,
alles Anachronistische. Wer die alte Volksmelodie im
Sinne unserer musikalischen Neuromantiker harmoni⸗
sieren wollte, würde sich an der Natur eben so
bersündigen, als wer ein hübsches Land⸗
mädchen durch den parfümirten Putz einer,
Pariser Modedame verunstalten wollte.“
Vorzüglich ist auch was Scherer-Kunz über
den sogenannten Vortrag des Volksliedes a. a. O.
— 0[ man
singen, nicht vortragen. Alles Nüanciren und zur.
Helkung bringen wollen ist hier vom Übel. Das
Gesagte schließt jedoch nicht aus, dass Hebungen und
Senkungen der Melodie, je nach ihrem Verhältnisse
zum Ganzen, mehr oder minder hervorgehoben werden.
orte und piano, ihre Mittelstufen und Übergänge
mögen und müssen immerhin da sein; sie ergeben sich
auch für den gesunden musikalischen Sinn von selbst.
Aber das moderne Geseufze und Gewinsel,