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Objekt: Grüsse aus Berlin und Umgebung in Bild und Wort

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kann diese Beschreibung unmöglich anders auffassen, als so, dass die „Senne“ im 
Falz eine andere war, als die ,Senne*, auf welche der Pfeil gesetzt wurde. Dar 
nach müssten wir also annehmen, dass der tonganische Bogen zu Cook's Zeit 
| regelrecht „verstärkt“ war. Damit würde auch stimmen, dass 
Fig. 80. er von Forster ausdrücklich als reflex bezeichnet wird. wir 
; werden später sehen, dass diese merkwürdige Eigenschaft nur 
f, den verstirkten und zusammengesetzten Bogen zukommt und 
tuf bei einem einfachen ganz unverständlich wäre. Wir begreifen 
WA jetzt auch sofort, warum Cook's Matrosen so viele t0D87" 
" nische Bogen zerbrochen haben; sie spannten eben in der- 
Querschnitt selben Richtung, in der der Bogen ohnehin schon durch dié 
durch einen verstürkende Schnur auf das Aeusserste in Anspruch genommen 
Tonganischen Bogen. war. H. Balfour, dessen bahnbrechende Verdienste um die 
'/, d. wirkl. Gr. — Kenntniss des Bogens von allen Fachleuten anerkanní sind, 
hat diese Mittheilung Forster’s wohl übersehen; er nimmt 
allerdings ebenso wie ich an, dass der tonganische Bogen früher einmal regel- 
recht verstärkt war, aber er meint, dass schon zur Zeit Cook’s diese Verstärkuns 
obsolet geworden war und dass damals die tiefe Furche, weil sie nun einmal da 
war, nur mehr dazu diente, einen Pfeil aufzunehmen. Ich kann diese Ansicht nicht 
theilen; die Beschreibung Forster’s ist allerdings sehr zweideutig, da er das Vor 
handensein einer zweiten Schnur nicht ausdrücklich feststellt; aber der Wortlaut 
seines Textes wird nur verständlich, wenn wir neben der eigentlichen Bogenschn™ 
auch eine Verstirkungs-Schnur annehmen. Dann, und nur dann, sind fast die 
sämmtlichen Angaben verständlich und zutreffend. Nur die letzte Angabe Forster's 
dass die Sehne niemals straff angezogen zu werden brauchte ist mir auch jetzt 
noch unklar. Jeder andere im unbespannten Zustande reflexe Bogen muss erst 
zurückgebogen und scharf bespannt werden, bevor man den Pfeil ansetzen und 
schiessen kann. Bespannen und spannen (to string and to draw) sind zwei ud 
verschiedene Ácte. Nach Forster's Beschreibung muss man aber annehmen, das 
der Tonga-Bogen auch im entlasteten Zustande bespannt war, und dass die Tor" 
ganer es verstanden, die beiden Acte zu vereinen und die Schnur während des 
Spannens an dem Bogen vorbei zu bringen. Es ist mir nicht bekannt, dass irgend 
ein Volk heute noch so spannt; die Müglichkeit, es zu thun, kann aber nicht 1" 
Abrede gestellt; werden?) Die Schwierigkeit liegt im Wesentlichen nur dara: 
dass der Bogen bei dieser Procedur die Neigung hat, sich um seine Längsa*® 2 
drehen, und dass er deshalb ganz besonders fest gehalten werden muss. Nach dem 
1) Voraussetzung ist hierbei freilich, dass der Bogen nicht allzu stark „reflex“ ists 
und das trifft bei dem Tonga-Bogen in der That zu. Bei einem stark reflexen Boge? 
etwa bei einem der S.229 (Fig. 6) abgebildeten, würde das ganz unmöglich sein pic 
Jenigen, die sieh einen stark reflexen Bogen nicht leicht vorstellen können, bitte ich, sich 
an dem dort links schnurlos und in seiner wirklichen Ruhelage abgebildeten Bogen eint 
Schnur angebracht zu denken; wenn man an dieser Schnur in der für den Unkundig t" 
selbstverstándlich erscheinenden Richtung zóge, also so, wie das Cook's Matrose? wv 
Tonga gemacht haben, so würde der Bogen bald brechen; hielte man den Bogen abe” 
richtig und versuchte dann, auch die Schnur durch einfaches Anziehen auf die richtig“ 
Seite des Bogens zu bekommen und diesen so aus seiner wirklichen in die gespannte Rub?” 
lage zu bringen, so würde der Bogen gleichfalls brechen, da er zu stark nach vor? ge 
krümmt ist. Nur einleicht reflexer Bogen kann in solcher Weise richtig gespannt werde“ 
Jeder stark reflexe muss nothwendig erst regelrecht bespannt werden, bevor man dar? 
denken kann. ihn zu spannen. 
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