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Volltext: Band: Der Mensch, Erster Band, Entwickelung, Bau und Leben des menschlichen Körpers

Der Gehörssinn. 
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im Geruchs- und Geschmacksorgan (s. die neben 
stehende Abbildung). Zwischen zylindrischen Stütz— 
zellen stehen wieder spindelförmige Zellen mit 
großem Kern und Kernkörperchen mit zwei Fort— 
sätzen, von denen der in die Tiefe steigende als 
eine feinste Nervenfaser des Gehörnerven, 
Nervus acusticus, anzusprechen ist, während der 
obere, über die innere Oberfläche der Haut vor— 
cagende Fortsatz an seiner mit der Spindelzelle 
zusammenhängenden Basis ziemlich viel dicker ist; 
oben läuft er aber in ein sehr feines, hochelastisches, 
starres und wie ein Glasfaden brüchiges Stäbchen, 
das Hörstäbchen, aus, das aus mehreren ver— 
chmolzenen „Haaren“ zu bestehen scheint. Es ist 
zweifellos, daß diese zahlreichen Hörstäbchen, die, 
wie bei der Geruchsschleimhaut, eine elastisch⸗ 
häutige Deckschicht durchbohren und von verschie— 
dener Dicke und Länge sind, die Fähigkeit haben, 
durch die vermittelst äußerer Schallwirkungen im 
Labyrinthwasser erzeugten Wellen in Mitschwin⸗ 
zungen versetzt zu werden und dadurch ihre Nerven⸗ 
fasern zu erregen. Man war früher der Meinung, 
das Cortische Organ in der Schnecke sei allein das eigentlich musikalische Organ, während 
— V die Fähigkeit zur Aufnahme von 
Geräuschen zusprechen wollte. Da aber die ent⸗ 
schieden musikalischen Singvögel keine eigentliche 
Schnecke besitzen (s. die Abbildung S. 624, Fig. 2), 
so kann diese Ansicht nicht festgehalten werden; 
immerhin werden wir in dem Cortischen Organ 
das Hauptinstrument zu der außerordentlich feinen 
Tonunterscheidung suchen müssen, die den Men— 
schen gewiß vor allen Geschöpfen auszeichnet. 
Das Cortische Organ der häutigen 
Schnecke (s. die nebenstehende Abbildung und die 
auf S. 628) zeigt, zwischen zwei elastischen häuti⸗ 
gen Bildungen ausgespannt, von denen die untere 
As Basilarmembran, Membrana basilaris, be— 
zeichnet wird, eine Anzahl von Zylinderzellen und 
in deren Mitte die berühmten Cortischen elasti— 
schen Bogen, gleichsam den Resonanzhohlraum 
für das akustische Instrument, der sich als feiner innerer Kanal durch die Schnecke erstreckt. 
Die Cortischen Bogen halten als spannende und tragende Pfosten die beiden häutigen 
Bildungen in gehöriger Entfernung, zwischen denen jene ebengenannten langen Zylinder⸗ 
— D sind teils Stützzellen, teils Hörzellen; letztere stehen 
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